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Beitrag zur Kenntniss der granitischen Gesteine des Riesengebirges.

Klockmann, Friedrich

Kurzfassung

Es giebt keine grösseren Granitmassive, keine ausgedehnteren Gneiss- und Glimmerschiefer-Complexe, die nicht durch das Auftreten zahlreicher, granitischer Gänge von einem ganz eigenartigen und überall constanten Habitus ausgezeichnet wären. Wo man auch immer auf diese Gänge stossen mag, sei es in Canada, in Scandinavien oder in den Alpen, überall werden sie durch die gleichen geognostischen Verhältnisse, durch die gleichen structurellen Eigenthümlichkeiten, wiewohl diese überaus mannichfaltig sind, und durch den grossen Reichthum bezeichnender Mineralien, von denen viele ausschliesslich auf solchen Gängen vorkommen, charakterisirt. Die ausserordentliche Uebereinstimmung in allen Beziehungen, die so weit geht, dass man die Charakteristik eines solchen Ganges, gleichviel von welchem geographischen Auftreten, mit wenigen unwesentlichen Abänderungen, sofort auf jeden anderen übertragen kann, führt unabweislich zu einer sonst in der Geologie so verpönten Folgerung - dem Schluss von gleichen Wirkungen auf gleiche Ursachen - zu dem Schluss einer gleichen Entstehung. Es muss demnach von hohem Interesse sein, an derartigen, in jedweder Beziehung typischen Gängen auf die Genesis bezügliche Untersuchungen anzustellen und die auftauchenden Fragen auf Grund des geognostischen Vorkommens, der Structurmodificationen und der Mineralführung zu beantworten zu suchen. Derartige typische Ganggebilde sind die bisher von den Geologen wenig beachteten, den Mineralogen durch das Vorkommen schöner und grosser Orthoklaskrystalle wohl bekannten Ganggranite, die im Bereich des Hirschberger Thales im Riesengebirgsgranitit aufsetzen. Vorliegende Arbeit will die bei der Betrachtung dieserGanggranite sich herausstellenden Fragen, die für manche Anschauungen in der Geologie von einschneidender Wichtigkeit sind, nicht endgültig beantworten; sie will nur durch eingehende Beschreibung und Interpretation des Beobachteten einiges Material schaffen, auf welchem weiterbauend, im Zusammenhang mit dem über ähnliche Vorkommnisse Berichteten, dereinst eine definitive Lösung der beregten Fragen erwartet werden darf.