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Nachtrag zu dem Aufsatz »Der Bergsturz von Elm«.

Rothpletz, August

Kurzfassung

Nachdem genannter Aufsatz (diese Zeitschr. 1881. p. 540) im Druck erschienen war, wurde ich von befreundeter Seite mehrfach um genauere Angaben über die Tangentialkraft ersucht, welche eine so wichtige Rolle bei dem Bergsturze von Elm gespielt hat. Da die Darstellung dieses Punktes demnach vielleicht allzukurz gefasst war, so will ich dieselbe durch beistehende, schematisch gehaltene Abbildungen noch des Näheren erläutern. Figur 1 zeigt mit a die feste Bergmasse, welche die unbewegte Basis des Sturzes bildete; b1-b7 stellt die Felsmassen dar, welche thatsächlich von a abgebrochen sind. Bei c liegt die Höhlung, welche durch den Schieferbruchbetrieb hervorgerufen worden ist und durch welche allmählich die Basis von b1 mehr und mehr untergraben wurde. In dem Maasse als dadurch der ursprünglich ungefähr mitten über der Basis befindliche Schwerpunkt der Felsmasse b1 mehr randwärts verschoben wurde, machte sich bei abnehmender Stabilität eine langsame Bewegung in den Felsmassen bemerkbar, deren Richtung und relative Stärke durch die Pfeillinien angedeutet ist. Diese Bewegung, welche hauptsächlich an dem plötzlichen Entstehen klaffender Spalten erkannt wurde, dauerte jahrelang an, nahm jedoch mit der Zeit an Energie zu. Am 11. September endlich war auf diese Weise der Schwerpunkt der Masse b1 und damit auch der Schwerpunkt der in gleichem Sinne langsam nachrückenden Massen b2-b7 so weit verschoben, dass dadurch die Gleichgewichtslage völlig aufgehoben war, und von diesem Momente an begannen die Massen b1-b7 eine rasche drehende Bewegung anzunehmen, deren Drehungsaxe der dem Streichen des Berghanges ungefähr parallel verlaufende, vordere Rand ihrer Basis war.