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Variolite der Gabbrogruppe in Schlesien.

Dathe, Ernst

Kurzfassung

Auf einer Orientirungstour, welche ich bei Beginn der geologischen Aufnahmen in Schlesien in die Gegend von Hausdorf bei Neurode im Monat Mai unternahm, fand ich ein Gestein, das ich sofort als neu für Schlesien und Deutschland erkannte und als Variolit der Gabbrogruppe bestimmte. An jenem Tage konnte ich an diesem Fundpunkte kein weiteres Material entdecken; ich hoffte aber die seltene Felsart auf ferneren Touren im Bereiche der altbekannten Gabbrovorkommen der Grafschaft Glatz, nämlich im Zuge Neurode-Schlegel und Köpprich-Hausdorf aufzufinden. Diese Bemühungen erwiesen sich indess als erfolglos; zudem wollte ich die allgemeinen vorbereitenden Studien deshalb nicht unterbrechen. Bei einer anderen, vor einigen Wochen ausgeführten Tour fand ich bei Glätzisch-Falkenberg, wobei ich Culmkalke auf ihre Petrefacten ausbeutete, wiederum das Gestein, jedoch auch nur ein einziges Fragment desselben. Bessere Resultate erhoffte ich von der Specialaufnahme einer der grösseren Gabbropartieen, welche ich mit dem Köppricher Zuge begann, da überhaupt der Anfang der Aufnahme mit der Gneissformation am vortheilhaftesten zu machen war. Bei dem stetigen Fortschreiten der Kartirung des Gneisses und Gabbros, welch letzterer das gesuchte Gestein gleichfalls nicht führt, kam ich in den letzten Tagen auf einer grösseren Excursion wieder in die Nähe der ersten Fundstelle bei Hausdorf und fand im Bereiche der Culmformation, wo ich eine Anzahl neuer Gabbropunkte festgestellt habe, auf einem mit hohem Getreide bestandenen Felde zahlreiche Bruchstücke des Variolits. Obwohl nun die Lagerungsverhältnisse der Gesteinsart und ihre Beziehungen zur Culm- und Gneissformation wegen der jetzigen Unzugänglichkeit des Fundpunktes noch nicht geklärt sind und ich diesen Punkt vorläufig noch als offene Frage betrachten muss, halte ich doch eine kurze Mittheilung über das Gestein für angezeigt.