Original paper

Ueber tertiäre Laubhölzer.

Johannes, Felix

Kurzfassung

Unter den mir zur Untersuchung überlassenen Holzopalen des Dresdener Museums fand ich ein Exemplar von Tapolesan, welches den Holzkörper einer Liane darstellt. Es gehört zu der Gattung Helictoxylon. Die Gefässe sind ausserordentlich gross (bis 0,40 mm) und zahlreich, von Parenchym umgeben. Die Markstrahlen werden selten über 3 Zellen breit, sind aber von bedeutender Höhe. Den übrigen Raum nimmt das Libeiform ein, wegen dessen starker Entwickelung ich die Art als Helictoxylon anomalum bezeichnen werde. Eine andere Schlingpflanze ist die von Unger beschriebene Lillia viticulosa. Letztere wird von Corda zu den Zygophylleen gerechnet, was jedoch durchaus unrichtig ist. Sie gehört vielmehr zu den Menispermaceen und scheint nahe verwandt mit dem lebenden Boscinium fenestratum. Ein anderes opalisirtes Holz ist als Quercinium primaevum zu bezeichnen (ebenfalls von Tapolesan). Ueberhaupt scheinen Eichenhölzer unter den Holzopalen Ungarns nicht allzuselten zu sein. Schleiden beschreibt wenigstens 6, unter jenen ein Quercinium compactum und zwei andere Hölzer als Srhmidites vasculosus und Schimperites leptotichus. Von allen konnte ich Original-Präparate untersuchen. Die Bestimmung von Quercinium compactum ist richtig, indess sind Schmidites vasculosus und Schimperites leptotichus ebenfalls nur Eichenhölzer und deshalb zu der Gattung Quercinium zu ziehen. Ueberhaupt sind ältere Bestimmungen fossiler Laubhölzer nur zu häufig unrichtig. So beschreibt Unger ein Holz von Joachimsthal in Böhmen als Ulminium diluviale. Es ist jedoch kein Ulmenholz, sondern dürfte wahrscheinlich zu den Laurineen gehören Am meisten Aehnlichkeit zeigt sein anatomischer Bau mit dem von Persea gratissima. Unter den Wurzel-Einschlüssen eines fossilen Cupressoxylon der Dresdener Sammlung zeigten sich besonders einige Monocotyledonen-Wurzeln sehr schön erhalten. Die eine derselben zeigt in ihrem Bau eine grosse Uebereinstimmung mit Smilaceen-Wurzeln, weshalb ich sie als Rhizonium smilaciforme bezeichnen werde. Der Gattungsname rührt von Corda her, welcher zuerst fossile Wurzel - Einschlüsse beschrieb. Andere dagegen sind den Wurzeln von Typha sehr ähnlich (Rhizonium typhaeoïdes Fel.). Ausserdem finden sich Wurzeln von Dicotyledonen, Coniferen und Farnen. Die Coniferen-Wurzeln gehören wahrscheinlich zu Rhizocupressoxylon Protolarix. - Alle näheren Verhältnisse und die Begründungen meiner Resultate werde ich in einer Abhandlung zusammenfassen, welche noch im Laufe dieses Jahres an gleicher Stelle erscheinen wird.