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Ueber rothe Quarze in preussischen Gesteinen.

Jentzsch, Alfred

Kurzfassung

Bei der Kartirung von Section Frauenburg der geologischen Karte der Provinz Preussen erkannten Sie gewisse geschiebefreie Sande der Elbinger Höhe als Tertiär, und die denselben einen völlig diluvialen Habitus verleihenden, zahlreich beigemengten grellrothen Körnchen als Quarze. Das Mikroskop bestätigt diese Bestimmung vollkommen; denn wenngleich die am intensivsten gefärbten Körner so trübe sind, dass eine Untersuchung ihrer optischen Eigenschaften unmöglich ist, so finden sich doch zahlreiche andere, welche an den durchsichtigen Rändern die charakteristisch lebhaften Polarisationsfarben des Quarzes deutlich zeigen. Es finden sich Uebergänge sowohl zu wasserklaren als zu trüben weissen Quarzen, an denen man, unregelmässig vertheilt, flockige Einlagerungen von rostrother bis fleischrother Farbe als das färbende Princip jener Quarze erkennt. Die vordiluviale Anwesenheit dieser rothen Quarze in jener Gegend wird überraschend bestätigt und illustrirt durch ein im vorigen Jahre vollendetes Bohrloch zu Englischbrunn bei Elbing, welches dieselben rothen Körner als Material der Kreideformation kennen lehrte. Dort traf man unter 126 m diluvialen Schichten (der grössten bisher in Ost- und Westpreussen beobachteten Mächtigkeit derselben) bis zu der erreichten Gesammttiefe von 153 m, also 27 m mächtig, eine Masse, kreideartig, von heller Farbe, welche sich, wie die übrigen bei uns bekannten Kreidevorkommnisse, als durch Kreidestaub verbundener feiner Sand erweist. Zahlreiche, doch vorwiegend kleine Foraminiferen (Dentalina etc.) mit äusserst sparsamen, unbestimmbaren Conchylienstückchen gemengt, beweisen, im Verein mit der Mächtigkeit und Gleichförmigkeit der Schicht deren Ursprünglichkeit und marine Ablagerung.