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Ueber das Diluvium bei Osnabrück.

Bölsche

Kurzfassung

Durch Herrn Martin aus Leiden dazu veranlasst, im Anschluss an seine Arbeit über das gemengte Diluvium der Dammer Berge (Abhandl. des nat. Vereins zu Bremen Bd. 7. Heft 3) dem Studium dieser Formation eine grössere Aufmerksamkeit zu widmen, habe ich angefangen, zu diesem Zwecke allmählich Material zusammenzutragen. Indem ich eine specielle Bearbeitung des Diluviums zwischen der Weserkette und dem Teutoburger Walde später einmal in Gemeinschaft mit Herrn Weerth in Detmold auszuführen gedenke, erlaube ich mir, an dieser Stelle die Resultate meiner bisherigen Beobachtungen nur ganz kurz zu skizziren. Das Diluvium der Umgebung von Osnabrück besteht theils aus ungeschichtetem Geschiebemergel, theils aus geschichteten Sanden und Kiesen. Der erstere scheint sich in seiner typischen Form nur an verhältnissmässig wenigen Stellen erhalten zu haben, so in Hickingen (3/4 Stunden südöstlich) und unweit Bellevue (1/4 Stunde westlich von der Stadt); an den meisten Orten ist er in Folge der Auslaugung seines Kalkes durch einsickernde Tagewässer in Lehm und durch gleichzeitige Fortführung seines Thongehaltes in lehmigen Sand übergeführt. Immer enthält das ungeschichtete Material eine grosse Anzahl von Geschieben theils einheimischen, theils nordischen Ursprungs. An einzelnen Punkten, z.B. bei Bellevue, dominiren die einheimischen, an anderen die nordischen, z.B. in Hickingen. Die meisten grösseren, z. Th. mehrere Kubikmeter Inhalt fassenden erratischen Blöcke, die man an vielen Orten zuweilen in grosser Menge auf der Oberfläche des Landes antrifft, haben ihre ursprüngliche Lagerstätte in diesen Geschiebemergeln und Geschiebesanden. Die nordischen Gesteine bestehen hauptsächlich aus Granit, Syenit, Quarzit, Gneiss, Quarzporphyr, Kreide und Feuerstein in allen Grössen.