Original paper

Über die Geschiebe von sogenanntem "Wesenberger Gestein"

Remelé

Kurzfassung

Herr Remelé sprach über die Geschiebe von sogenanntem "Wesenberger Gestein", über welche von ihm eine erste Mittheilung bereits in der Juli-Sitzung 1880 der deutschen geologischen Gesellschaft gemacht worden ist. Seitdem ist diese Geschiebe-Art dem Redner noch öfter begegnet, nicht allein bei Eberswalde und in der näheren Umgebung dieser Stadt, sondern u.a. auch bei Angermünde, sowie in einigen mecklenburgischen Sammlungen. Während die meisten Stücke des Gesteins, wie schon bei jener früheren Gelegenheit bemerkt wurde, sich frei von Versteinerungen erweisen und demnach damals nur eine sehr geringe Anzahl von Fossilien derselben namhaft gemacht werden konnte, haben die neuen Funde eine ziemlich bedeutende Zahl von Petrefacten geliefert. Nicht allein wurden bei Eberswalde etliche hierher gehörige Gerölle gefunden, welche ausnahmsweise reich an organischen Einschlüssen waren, sondern der Vortragende hatte auch bei einem Besuche in Neubrandenburg im Februar dieses Jahres Gelegenheit, in der Boll'schen Sammlung eine ansehnliche Zahl von Versteinerungen dieses Wesenberger Gesteins zu sehen, welche aus einigen wenigen Geschieben vom Gerichtsberg bei Neubrandenburg herausgeschlagen worden sind. Zunächst kann nunmehr eine Ergänzung zu den früheren Angaben über die petrographische Beschaffenheit der fraglichen Geschiebe gegeben werden. Im frischen Zustande ist das Gestein bei flachmuscheligem, resp. splittrigem Bruch theils ein hell-gelblichgrauer, stellenweise in's Röthliche fallender, theils ein fleischrother, dichter Kalk, in beiden Fällen mit helleren oder dunkleren rothen Flecken oder Streifen, sowie mit Nesterchen oder Adern von Kalkspath, welcher mitunter farblos, theilweise aber ebenfalls, und zwar meist, schwärzlichviolettdurch eingemengtes Eisenoxyd, gefärbt ist.