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Über Phycodes circinatum Brongn aus dem Cambrium bei Lobenstein in Ostthüringen.

Dathe, Ernst

Kurzfassung

Herr Dathe sprach über Phycodes circinatum Brongn aus dem Cambrium bei Lobenstein in Ostthüringen. - Unter Cambrium begreift man bekanntlich jene Schichtenreihen, welche zwischen Phyllitformation und Silur gelagert und durch allmähliche Uebergäge mit beiden verbunden sind. Thonschiefer, mehr oder minder von quarzigem Charakter und vorherrschend graugrüner Farbe und ebenso gefärbte Quarzite (die sogen. "graugrüne Grauwacke" der älteren Autoren), bauen diese Schichtenreihe, in welcher auch schwarze dachschieferähnliche Thonschiefer vorkommen, auf. Diese Gesteine unterscheiden sich von den Phylliten und Quarzphylliten der Phyllitformation namentlich dadurch, dass ihnen der glimmerige Glanz jener mangelt, weshalb auch dies Kriterium bei der Abgrenzung der Formation gegen den Phyllit benutzt wird. Die Trennung des Cambriums vom Silur stützt sich theils auf den auffallend klastischen Charakter der über dem Cambrium folgenden schwarzen Thonschiefer und Quarzite, theils auf das Vorhandensein der sogen. Thüringitschicht, die mehrorts thierische Versteinerungen führt. In der obersten Stufe des Cambriums, bis zur Grenze zwischen Cambrium und Silur reichend, kommen jene Gebilde vor, welche mit dem Namen Phycodes circinatum belegt worden sind. Von manchen Seiten ist deren organischer Ursprung angezweifelt worden, von anderen jedoch wird derselbe festgehalten. Man erblickt in ihnen Formen, welche sich wohl auf Algen beziehen lassen. Im Gestein erscheinen sie als steinkernartige Körper, welche sich nicht vollständig aus dem Gestein herauslösen, sondern reliefartig, als erhabene Gebilde in Form von sich verzweigenden Stämmchen zum Vorschein kommen. Ihr äusserer Umriss und ihre Grosse ist fast immer dieselbe, und, da sie stets in einem bestimmten Niveau auftreten, so sind sie für die nach ihnen benannten Phycodenquarzite geradezu charakteristisch.