Original paper

Über Bohrprobenfolgen zweier Tiefbrunnen aus dem Südosten Berlins

Berendt, G.

Kurzfassung

Herr G. Berendt legte Bohrprobenfolgen zweier Tiefbrunnen aus dem Südosten Berlins vor und zwar 1. vom Hofe der Garde-Kürassier-Kaserne in der Alexandrinenstrasse, Ecke der Gitschinerstrasse, und 2. aus der Vereins-Brauerei in Rixdorf. Die Bohrlöcher, deren Profil der Holzschnitt auf pag. 454 wiedergiebt, zeichnen sich keineswegs durch Tiefe aus, haben auch nicht einmal ältere als diluviale Schichten durchsunken, zeigen aber übereinstimmend innerhalb letzterer bei etwa 40 m unter Berliner Null eine bisher noch nicht gekannte, etwa 1 m starke, in Thon eingelagerte, fast nur aus Schalenresten der Paludina diluviana Kunth bestehende Bank. Bei Betrachtung beider Profile kann kein Zweifel über die Zusammengehörigkeit der in beiden gefundenen Paludinenbank bleiben. Nicht nur dass Mächtigkeit und Höhenlage derselben ziemlich gut übereinstimmen und auch das Bindemittel in beiden dasselbe, ein kalkfreier Thon, ist, es spricht auch ganz besonders die Uebereinstimmung des Nebengesteins sowohl im Hangenden wie Liegenden dafür. Allerdings muss man dabei in Rechnung ziehen, dass geschiebefreie Thonmergel und Mergelsande eine gemeinsame Schichtenfolge bilden, ja einander gänzlich vertreten, also stets in ihrer Gesammtheit betrachtet werden müssen. Dann aber ist die Uebereinstimmung auch eine vollständige und wird durch das, innerhalb diluvialer Schichten stets auffällige Vorkommen kalkfreier oder fast kalkfreier, vorwiegend aus tertiärem Materiale bestehender, wie solche in beiden Bohrlöchern das unmittelbare Hangende der Paludinenbank bilden [s. die in () geschlossenen Bezeichnungen in den Profilen], in besonders helles Licht gestellt.