Original paper

Über die Zugehörigkeit eines Theils der von Gümbel als Keratophyr beschriebenen Gesteine aus der Umgebung von Hof

Lossen , K. A.

Kurzfassung

Herr K. A. Lossen sprach über die Zugehörigkeit eines Theils der von Gümbel als Keratophyr beschriebenen Gesteine aus der Umgebung von Hof, speciell der Keratophyrs vom Rosenbühl bei Hof, zu den Albit-, beziehungsweise Mikroperthit-führenden palaeozoischen Eruptivgesteinen, über welche er in der Sitzung vom 4. Januar dieses Jahres (dieser Band pag. 199) vorgetragen hatte. Originalstücke Gümbel's lieferten Präparate, die in jeder Weise übereinstimmen mit denjenigen der devonischen Gesteine (Eruptivgesteinsdecken) vom Garkenholze und aus der Hüttenroder Flur bei Rübeland im Harz. Die fleckige Beschaffenheit der Keratophyr-Feldspäthe, an welchen Gümbel anfangs keine Zwillingsstreifung wahrnehmen konnte, während er sich später von solcher überzeugt hat (vergl. Fichtelgeb. pag. 185 und daselbst Nachtrag pag. 586), erweist sich eben bei schärferer Untersuchung als Mikroperthitstructur, die immer dreierlei Lamellensysteme erkennen lässt, zwei des verzwillingten und eins des unverzwillingten Feldspaths. Dass ein Natronfeldspath vorhanden sei, hat Gümbel selbst schon ausgesprochen, dass derselbe aber nicht etwa nach jenes Autors ursprünglicher Meinung (a.a.O. pag. 185) Pseudomorphosen nach Orthoklas bildet, das geht, abgesehen von Gümbel's nachträglichen Bemerkungen, klar aus der Mikroperthitstructur hervor. Da das Alter der Keratophyre von Hof cambrisch, das der Harzer Gesteine devonisch und zwar vorwiegend mitteldevonisch ist, so liegt in denselben ein interessantes saures Glied derjenigen paläozoischen Eruptivformation vor, an derem basischen Ende die echten Diabase stehen. Es lässt sich nach dem Vortragenden ein Typus Quarz-Keratophyr neben dem des Keratophyr vom Harze und vom Fichtelgebirge her und wahrscheinlich auch vom Sauerlande her rechtfertigen, Koch's Lahnporphyre gehören z. Th. vielleicht auch dahin, jedenfalls in dieselbe Reihe, und es erwächst überdies die Aufgabe, die Reihenglieder nach dem Diabas hin zu ermitteln. bisherige Mittheilungen über den Keratophyr befriedigen nicht in jeder Weise, die Einbeziehung granitischer Gänge in den Begriff (Reitzensteiner Granit, nicht der gangförmige von ihm durchsetzte Keratophyr) konnte seiner Zeit die Frage nahe legen, ob der Bodegang im Keratophyr Aequivalente habe. Diese Frage ist entschieden zu verneinen; auch die Einbeziehung der Hirschberger Gneisse als zugehörige Schaalsteine scheint dem Vortragenden unhaltbar.