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Über Glacialerscheinungen bei Lüneburg und Bernburg.

Keilhack, Konrad

Kurzfassung

An ersterem Orte haben die diluvialen Eismassen eine Störung der Lagerungsverhältnisse des anstehenden Gesteins in der Weise bewirkt, dass sie den Zusammenhang zwischen der Mucronatenkreide und dem miocänen Glimmerthon gestört haben, den letzteren zum Theil zerstückelt und zerrissen und zwischen beide Mergel und Sande, die zum unteren Diluvium zu rechnen sind, eingeschoben haben. Südlich des Lüneburger Gypsstockes ist ein als Localmoräne durch Beimengung zahlreicher kleiner Gypsgeschiebe neben solchen nordischen Ursprungs zu betrachtender oberer Geschiebemergel beobachtet. Am Saaleufer bei Bernburg ist in einem im Buntsandstein stehenden Steinbruche in dem überlagernden Diluvium ebenfalls eine local veränderte, sehr schöne Moräne zu beobachten. Ueber dem Sandsteine liegen zunächst geschichtete untere Grande, über diesen ein gegen 3 Meter mächtiger, oberer Geschiebemergel, der in seinem untersten Drittel aus einem wirren Gemenge von Buntsandsteinplatten, unregelmässig gestalteten Stücken rothen Lettens, sowie nordischen Geschieben mit sandigem, etwas thonigem Bindemittel besteht, während die beiden oberen Drittel nur aus nordischem Materiale bestehen. Die Buntsandsteinplatten sind sämmtlich an den Kanten abgerundet. Von einer Polirung oder Schrammung des anstehenden Gesteins war nichts wahrzunehmen.