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Über Vulkane im östlichen Teil Japans

Brauns, Reinhard

Kurzfassung

Die Vulkane des östlichen Theiles von Japan sind etwas ungleich über die lange Strecke von der Tokio-Bai bis ins nördliche Yezo (Hokkaido) vertheilt, zeigen aber auf derselben im Allgemeinen den nämlichen Charakter. Die Formation, der sie angehören, hat entschieden eine lange Dauer gehabt; denn es ist nicht zu bezweifeln, dass schon vor dem Ablauf der Tertiärperiode eine vulkanische Action und ein Hervorbrechen von Laven, Lapillen und Aschen begann, welche noch andauern. Das Maximum derselben ist jedoch, wie die sehr mächtigen Tuffablagerungen gerade der jüngsten Tertiärzeit darthun, in die letztere zu verlegen, und dem entsprechend ist in der Neuzeit ein gewisser Nachlass, ein Uebergang in blosse Solfatarenthätigkeit, zu bemerken. Sieht man von den sehr weit verbreiteten Tuffen und tuffgemischten Ablagerungen ab, deren Zugehörigkeit zu dem japanischen Pliocän nicht bezweifelt werden kann, so sind, wie dies die Regel, die vulkanischen Bildungen auf verhältnissmässig geringe Flächen beschränkt. Indessen darf man die Ausbreitung derselben doch nicht unterschätzen; denn rings um viele der Vulkane dehnen sich Ebenen, mit Lapillen bedeckt; dieselben sind mit dem japanischen Worte für eine Ebene, Hara, in die Literatur eingeführt. Die grössten solcher Haras, welche eine auffallende Eintönigkeit, auch in der ihnen eigenthümlichen Flora, zeigen, sah der Vortragende um den mächtigen Fuji-Yama - wo mehrere Seeen in der Hara liegen - und ganz besonders im Süden von Sapporo auf Yezo, wo das Confluiren verschiedener, um mehrere kleinere Vulkane gelegener Ringebenen sehr gut zu beobachten war.