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Ueber seltenere krystallinische Diluvialgeschiebe der Mark.

Neef, Magnus

Kurzfassung

Die krystallinischen Diluvialgeschiebe einiger Landestheile der norddeutschen Tiefebene sind schon seit längerer Zeit Gegenstand verschiedener Untersuchungen gewesen, wobei ihr Ursprungsgebiet zum grossen Theil auf Skandinavien und Finnland nebst den benachbarten Inseln, besonders aber auf Schweden beschränkt worden ist. Speciellere Herkunftsbestimmungen sind bis jetzt nur wenig gemacht worden. Viel öfter und eingehender sind indessen die fossilführenden Sedimentgeschiebe untersucht worden; denn obwohl bedeutend spärlicher vorkommend, bieten sie doch in Folge der durch die eingeschlossenen Versteinerungen bedingten grösseren Mannigfaltigkeit und der charakteristischeren Eigenthümlichkeiten, sowie in Folge des mehr oder weniger leicht herzustellenden geologischen Zusammenhangs im Allgemeinen ein grösseres Interesse, als die versteinerungsleeren, massigen Findlinge. Die Ergebnisse der Untersuchungen fossilführender Geschiebe bezüglich ihrer primären Lagerstätte schienen z. Th. eher auf die russischen Ostseeprovinzen, vor Allem auf Ehstland, als auf Skandinavien hinzuweisen. Herr Remelé stellte sich in neuerer Zeit die Aufgabe, durch genaue Bearbeitung der märkischen, versteinerungsführenden Silurgeschiebe, speciell derjenigen der Eberswalder Gegend, etwaige irrthümliche Herkunftsbestimmungen zu berichtigen. Die ersten seiner Resultate sind theils in der Festschrift für die 50 jährige Jubelfeier der Forstakademie Eberswalde (Berlin 1880), theils in dieser Zeitschrift veröffentlicht worden. Herr Remelé gelangte bei seinen vergleichenden Untersuchungen, zu dem Ergebnisse, dass die fossilführenden paläozoischen Geschiebe der Mark, sowie benachbarter Landestheile in der Hauptsache auf das südliche und mittlere Schweden nebst den benachbarten Inseln, sowie auf angrenzende, jetzt von der Ostsee bedeckte Gegenden, nicht aber auf Ehstland speciell zurückzuführen seien. Es schien sonach eine dankbare Aufgabe, die auf Grund der Untersuchung der Silurgeschiebe der Mark gewonnenen Schlüsse des Herrn Remelé durch eine Untersuchung der daselbst ebenfalls vorkommenden versteinerungsleeren massigen Geschiebe zu prüfen, eventuell zu bestätigen oder zu ergänzen.