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Ueber die Genesis der granitischen Gange des sächsischen Granulitgebirges.

Credner, Hermann

Kurzfassung

Im Jahre 1875 veröffentlichte ich in dieser Zeitschrift eine eingehende Beschreibung derjenigen granitischen Gänge, welche das sächsische Granulitgebirge in grosser Zahl durchsetzen und die als Muttergestein der bunten Turmaline, des Topases und Amblygonites von Penig, Chursdorf, Limbach u.a.O. schon längst eine gewisse mineralogische Berühmtheit genossen. Ich wurde hierbei durch die Verhältnisse in einem Maasse begünstigt, wie es dem Beobachter im Granulitgebiete wohl kaum wieder zu Theil werden dürfte. Durch den Bau der Muldenthalbahn wurden gewaltige Felsanschnitte und tiefe Einschnitte gerade in den von granitischen Gängen durchschwärmten Granulitcomplexen zwischen Rochsburg, Amerika, Penig und Wolkenburg nöthig, deren allmähliches Vorrücken von dem unverritzten Felsgehänge bis zur senkrechten Gesteinswand ich verfolgen konnte. Eine ausserordentlich grosse Anzahl von granitischen Gängen wurden hierbei in ihrem ganzen Verlaufe blossgelegt, gemeinsam mit ihrem granulitischen Nachbargesteine losgesprengt und mit diesem zur Aufschüttung der allmählich zu grosser Höhe anwachsenden Bahndämme benutzt, so dass die Gelegenheit geboten war, alle diese Gänge anstehend auf ihr räumliches Verhalten und in Bruchstücken auf ihre specielle Structur und Zusammensetzung zu untersuchen. Ebenso waren mit Weganlagen im Zschopau-, sowie im Chemnitzthale ausgedehnte Felssprengungen verknüpft, welche gleichfalls zahlreiche und ganz frische Aufschlüsse gewährten. Endlich genoss ich der Unterstützung sowohl von Seiten der mit der geologischen Kartirung des Granulitterrains. betrauten Geologen, wie der den Bahnbau leitenden Ingenieure.