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Ueber ein neues Spinnenthier aus der schlesischen Steinkohle und die Arachniden der Steinkohlenformation überhaupt.

Kabsch, F.

Kurzfassung

Seit Herm. v. Meyer in seiner Notiz über einen Skorpion aus dem Steinkohlengebirge (Mus. Senckenberg. I. 1834. p. 293) zu dem Resultate gelangte: "es ist also das Vorkommen von Arachniden im Steinkohlengebirge anzunehmen", sind aus der Steinkohlenformation mehrfache Reste sehr verschiedenartiger Formen dieser polymorphen Arthropodenclasse durch Buckland, Corda, Scudder, Meek und Worthen, Woodward und neuerdings durch Geinitz beschrieben und ist der Versuch gemacht worden, sie alle dem System der lebenden Arachniden einzuverleiben. Aus der Steinkohle im Hangenden des 7. Flötzes der Rubengrube bei Neurode in Schlesien, aus sogenannten Schatzlarer (Saarbrücker) Schichten stammt auch eine kleine Anzahl dem Herrn Schumann in Dresden gehöriger und durch die Herren Dames und Weiss mir zur Bestimmung übermittelter Arthropodenreste, die alle einer und derselben Form anzugehören scheinen. Gesammelt wurden die Stücke nach der Mittheilung des Herrn Weiss von Herrn Obersteiger Völkel, dem Leiter der Grube, der seit vielen Jahren mit grösster Sorgfalt Alles sammelt, was dort vorkommt und sehr viel Ausgezeichnetes zu Tage gebracht hat. Unter anderen thierischen Resten daselbst befindet sich Arthropleura armata Jordan; Herr Weiss hat auch einen ziemlich grossen Zahn von dort. Da ich das Thier für generisch und specifisch neu erachte, so möge es zu Ehren seines Entdeckers den Namen Anthracomartus Völkelianus führen.