Original paper

Ueber die Beziehungen von Pachyrisma, Megalodon, Diceras und Caprina.

Boehm, Georg

Kurzfassung

Die Gattung Pachyrisma wurde im Jahre 1850 von Morris und Lycett im Quarterly Journal of the geological society of London pag. 400 aufgestellt und zwar für eine grosse, zweischalige Muschel, welche sich im great oolite von Minchinhampton findet. Die vortreffliche Diagnose, welche die beiden englischen Autoren aufgestellt hatten, wurde alsbald mannigfach bestritten, und auch systematisch ist die neue Gattung verschieden gestellt worden. Heut bringt man wohl allgemein Pachyrisma mit Megalodon in Verbindung. Ohne bestreiten zu wollen, dass Pachyrisma, wenigstens mit gewissen Megalodonten, grosse Aehnlichkeit zeigt, soll es die Aufgabe der folgenden Zeilen sein, nachzuweisen, dass Pachyrisma enge Beziehungen zu Cardium hat. Um sich über die Gattung Pachyrisma Klarheit zu verschaffen, musste es vor Allem darauf ankommen, Exemplare von der typischen Localität, nämlich von Minchinhampton, zu erhalten; allein dies war schwieriger als man anfänglich vermuthen konnte. Im Münchener palaeontologischen Museum, sowie in der Berliner Universitäts-Sammlung befand sich kein englisches Pachyrisma. Im British Museum befinden sich, nach liebenswürdiger Mittheilung des Herrn Hinde, Exemplare mit geschlossenen Klappen, jedoch nicht ein einziges Schlosspräparat. Nur im Hofmirieraliencabinet in Wien war ein Schlosspräparat der linken Klappe vorhanden. Dasselbe wurde mir, nebst zwei Exemplaren mit geschlossenen Klappen und anderen, später zu behandelnden Stücken, zu unumschränktem Studium überlassen, wofür ich dem Gustos jener Sammlung Herrn Fuchs, zu grösstem Danke verpflichtet bin. Ausser den erwähnten 3 Exemplaren erhielt ich durch Herrn Damon in Weymouth 2 Schlösser von rechten Klappen, welche ich dem Münchener palaeontologischen Museum überlassen habe. Eines derselben ist Taf. XXII. Fig. 1 dargestellt.