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Zur Kritik der Gattung Praeconia.

Boehm, Georg

Kurzfassung

Die Gattung Praeconia wurde im Jahre 1870 von Stoliczka gegründet und in seinem Werke: Cretaceous Fauna of Southern India Bd. 3. pag. 278 folgendermaassen charakterisirt: "Oval, verlängert, solid, sehr ungleichseitig, die Wirbel weit vorn, genähert, gekrümmt; die Oberfläche mit concentrischen Lamellen oder Streifen. Kräftige Muskeleindrücke. Das Schloss besitzt zwei Hauptzähne in der linken und drei in der rechten Klappe. Der vordere Hauptzahn der rechten Klappe ist oft verkümmert, die hinteren Hauptzähne beider Klappen sind verlängert; manchmal scheint ein hinterer Seitenzahn angedeutet zu sein." Die neue Gattung ist von mehreren Seiten angenommen worden, und man hat derselben eine ganze Reihe von Arten zugewiesen. Keine einzige dieser Arten ist, was das Schloss betrifft, mit obiger Diagnose in Einklang zu bringen. Die folgenden Zeilen mögen dies zu zeigen versuchen. Als Typus der Gattung Praeconia nennt Stoliczka: Astarte terminalis F. Romer. Cardita megalodonta Quenstedt, Handbuch der Petrefactenkunde ed. 2. pag. 646. t. 56. f. 24. Astarte terminalis Laube, Die Bivalven des braunen Jura von Balin etc. pag. 37. t. 4. f. 11. (Man vergl. die Literatur-Angaben in diesem Werke.) Praeconia terminalis Zittel, Handburch der Palaeontologie Bd. 1. Abth. 2. pag. 66. Die typische Species stammt aus dem Unteroolith von Bayeux. Laube erwähnt das Vorkommen auch aus dem braunen Jura von Balin. Das Originalexemplar von Laube zeigt in der linken Klappe einen spitzen, vorderen und einen weniger starken hinteren Zahn, zwischen beiden eine tiefe Grabe. Das Schloss der rechten Klappe besitzt nur einen kräftigen Zahn. Hiermit sind die Angaben in der Diagnose von Praeconia nicht zu vereinigen. Es könnte nun freilich die Frage entstehen, ob Astarte terminalis von Balin und Astarte terminalis von Bayeux identisch sind.