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Beobachtungen im Diluvium der Umgegend von Osnabrück.

Hamm, Hermann

Kurzfassung

Lange schon war das Diluvium des östlichen Norddeutschland studirt und bis in viele Einzelheiten gekannt, da wusste man von derselben Formation in den westlichen Theilen des Reiches und speciell in der Gegend zwischen dem Wesergebirge und Teutoburger Walde fast nur so viel, dass sie hier in Form von Sanden grosse Ausdehnung besitze. Aus diesem letzteren Gebiete (zwischen dem Wesergebirge und Teutoburger Walde) beschrieb zuerst im vorigen Jahre Herr Weerth in Detmold einige Vorkommnisse von echtem Glaciallehm aus der Umgegend von Detmold und Herford, und erst in diesem Jahre machte Herr Martin auf ein solches aus der Nähe von Osnabrück aufmerksam. Wie ich mich nun überzeugen konnte, sind die Aufschlusspunkte von echtem Glaciallehm in der Osnabrücker Gegend durchaus nicht selten. Einer der interessantesten Punkte von typischem Glaciallehm ist wohl der zuerst von Herrn Martin (l. c.) erwähnte Aufschlusspunkt bei dem etwa 1/2 Stunde westlich von Osnabrück gelegenen Caffeehause Bellevue. Hier beobachtet man in einer Sandgrube auf dem mehrere Meter mächtig aufgeschlossenem Sande eine etwa 1 1/2 m mächtige Decke von zähem, bräunlich-gelbem Lehm, der absolut ungeschichtet ist und in durchaus unregelmässiger Vertheilung eine Menge von meistens kantengerundeten, mittelgrossen Gesteinsstücken enthält. Diese lassen sich nur zum weitaus geringeren Theile auf einen nordischen Ursprungsort zurückführen, zum grössten Theile - etwa zu 3/4 - stammen sie aus Schichten, welche schon in geringer Entfernung von Osnabrück als anstehend bekannt sind. Fast die Hälfte aller dieser Geschiebe besteht aus dem harten, grauen Kieselconglomerat und -Sandstein, wie es besonders in der productiven Steinkohlenformation vorkommt.