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Über organische Funde im Thüringer Walkerde Zwei Zähne von Mastodon arvernensis die in der dortigen Walkerde gefunden waren

von Fritsch, Karl

Kurzfassung

Herr K. Von Fritsch legte aus dem Pliocän von Rippersroda am Thüringer Walde zwei Zähne von Mastodon arvernensis die in der dortigen Walkerde gefunden waren Ausführlicheres wird Redner demnächst veröffentlichen. An den Vortrag des Herrn v. Fritsch über das Vorkommen von Mastodonten bei Rippersroda knüpfte Herr E. E. Schmid Bemerkungen an, die sich jedoch nicht sowohl auf die Mastodonten, sondern vielmehr auf die Walkerde, in welchen die Mastodonten-Reste eingeschlossen sind, beziehen. Als ostthüringische Fundorte vorzüglicher Walkerde, die namentlich in Pössneck und Neustadt a.O. verbraucht wird, kommt ausser Rippersroda auch Dienstedt bei Kranichfeld in Betracht. Beide liefern gleich gutes Material, wenn auch augenblicklich der günstigeren Verfrachtung wegen die Gruben von Rippersroda allein in Betrieb stehen. Die Lagerung ist an beiden Orten insofern dieselbe, als sich die Walkerde an eine Decke von Quarzgeschiebesand innig anschliesst. Ihre mikroskopische und chemische Analyse ergiebt wenig abweichende Resultate. Sie bestehen danach aus Quarzschöllchen, Feldspathkörnchen, Glimmerschüppchen, kaolinischen Umwandlungsproducten von Feldspath und Glimmer in den charakteristischen Formen von traubigen Körnchen und kleinsten Linsen, Krümchen von Ferrit und Humus. Dem entsprechend sind sie Zusammengesetz zumeist aus leicht durch Chlorwasserstoffsäure zersetzbaren wasserhaltigen Thonerde-Silicaten mit einem geringen Gehalt von Kalkerde, Talkerde, Kali und Natron, aus Eisenoxyd und etwas humoser Substanz. In Wasser schlämmt sich ein ansehnlicher Theil leicht und vollkommen auf, der sich jedoch nach längstens 24 Stunden wieder vollständig abgesetzt hat. Schon darin liegt ein bestimmter Unterschied gegen die oligocänen Thone der Braunkohlengruppe, die ebenfalls in der Nähe von Kranichfeld auftritt; denn diese letzten setzen sich aus dem Wasser, in dem sie einmal aufgeschlämmt sind, nach Wochen, ja nach Monaten nicht wieder vollständig ab. Beide Walkerden stimmen demnach stratigraphisch und lithologisch nah genug mit einander überein, um sie unbedenklich als gleichartige und gleichzeitige Bildungen anzusehen, wenn auch bei Dienstedt noch keine organischen Ueberreste gefunden worden sind.