Original paper

Über Quarzporphyr des Spitzinger Steins bei Thal (Heilingenstein)

Lossen, K. A.

Kurzfassung

Einer Aufforderung des Vorsitzenden folgend theilte Herrn K. A. Lossen einige Beobachtungen über die Quarze des kurz vorher auf der Excursion aus einem Gange im Glimmerschiefer am Südostfuss des Spitzinger Steins bei Thal (Heiligenstein) gesammelten Quarzporphyrs mit, die er einem Präparate in der Sammlung des Herrn Bornemann verdankt. Schon der erste Anblick eines Handstücks zeigt die auffälligsten Fluidalerscheinungen: fast alle Quarzausscheidungen sind annähernd parallel geordnet und zugleich in der Flussrichtung spindel-, linsen- oder schmitzenförmig bis zu 0,25 mm Dicke bei 1-0,5 cm Länge ausgereckt, während die grösseren und mehr kreis- bis eirunden Feldspathe öfters quer zu derselben Richtung auseinandergerissen und durch Quarz wieder verkittet, ihre Theilstücke dabei wohl auch etwas gegeneinander verschoben erscheinen. Im Dünnschliff zeigt sich die weisse Glimmer-führende Grundmasse durchaus krystallinisch-körnig, wobei eine fluidale Zeichnung besonders durch die Vertheilung von Ferrit-Partikelchen hervortritt. Uebrigens galt die nur gelegentlich vorgenommene mikroskopische Untersuchung vorzüglich der Ermittelung, ob die äusserlich so eigentümlich gestalteten Quarzausscheidungen innerlich ein krystallinisches Aggregat oder aber ein einheitliches Krystallindivid darstellen, worauf von vornherein Formenübergänge von dickspindelförmigen Quarzumrissen in einzelne deutliche rhombische Dihexaederdurchschnitte hinzudeuten schienen. Indem nun die Beobachtung im parallel poralisirten Lichte im Allgemeinen die letztere Vorstellung bestätigte, ergab sie darüber hinaus doch das interessante Resultat, dass die Fluctuation des Porphyr-Magma nicht nur die äussere Form, sondern auch die Molecularstructur der Quarzausscheidungen sichtlich beeinflusst hat.