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Beiträge zur Kenntniss der niederschlesischen Thonschieferformation.

Gürich, Georg

Kurzfassung

Die ersten bemerkenswerthen Angaben über die Thonschieferformation Niederschlesiens theilte L. v. Buch 1802 in seinem Entwurf einer geognostischen Beschreibung von Schlesien mit. Er betrachtete das ganze Gebirge vom Bleiberge bei Jannowitz bis zu der Ebene bei Jauer als eine einfache Schichtenfolge, die an ihren Grenzen gegen das Urgebirge aus wechsellagernden Glimmer- und Hornblendeschiefern, von Kauffung ab aus Hornblende- und Thonschiefern besteht. Von Einlagerungen beschrieb L. v. Buch namentlich Kalke aus der Gegend westlich und östlich vom Bober und die Kieselschiefer von Schönau, eine Gebirgsart, die, wie er meinte, durchaus dem Uebergangsgebirge eigen wäre. Er kannte ferner die Quarzfelsen der Talkensteine und berichtete von einem Quarzvorkommen in grosser Mächtigkeit am Mochenstein bei Schönau, sowie von einer sonderbaren, grünlich-grauen, sehr zerklüfteten Gebirgsart, aus der die Felsen unterhalb Kauffung beständen und welche wahrscheinlich ein feinkörniges Gemenge von Hornblende und Feldspath darstellte. Siebzehn Jahre später gab Karl Y. Raumer in grossen Zügen den allgemeinen Bau des Gebirges an. Die Lagerungsverhältnisse wären durch die beiden Granitmassive von Hirschberg und Striegau bedingt, demnach fielen die Schichten im südwestlichen Theile des Gebietes nach NO. ein, also vom Hirschberger Granit ab, und im nordöstlichen Theil in entgegengesetzter Richtung vom Striegauer Granit ab. Auf die Gebirgsschichten in der Gegend von Bolkenhain hätten beide Granitmassen gleichmässig eingewirkt, und so Hesse sich das südöstliche Einfallen derselben erklären.