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Das Oligocän von Mittweida mit besonderer Berücksichtigung seiner Flora.

Beck, Richard

Kurzfassung

I. Geologischer Theil. 1. Allgemeine geologische Verhältnisse. Die Braunkohlenablagerung von Mittweida gehört dem Plateau des sächsischen Mittelgebirges an und nimmt hier, ohne sich topographisch von dem umgebenden, von Diluvialgebilden überzogenem Areale irgend wie abzuheben, ein Niveau von durchschnittlich 300 m über dem Ostseespiegel ein. Die Stadt Mittweida liegt an ihrem östlichen Rande. Von dort aus erstreckt sich die nach ihr benannte oligocäne Alagerung westlich bis nach Königshain, südwestlich bis Röllingshain, südlich bis in den Ottendorfer Wald, also bis in die Gegend von Oberlichtenau. Wenn man von den Unterbrechungen durch postoligocäne Thalerosion absieht, welche das Gebiet vielfach durchfurchen oder randlich ausschneiden, so wird das Mittweidaer Oligocan-Revier ein Areal von etwa 60 km einnehmen. Die allgemeinen geologischen Verhältnisse des Mittweidaer Tertiärgebietes sind schon durch die Arbeiten der königl. sächsischen geologischen Landesuntersuchung bekannt geworden, deren Resultate in dem Kartenblatte Mittweida No. 77 der geologischen Specialkarte des Königreichs Sachsen, sowie in den zugehörigen Erläuterungen niedergelegt sind. Wie sich bereits hieraus ergiebt, wird der Untergrund des dortigen Oligocäns theils von Gesteinen der Granulitformation, und zwar in der Hauptsache von Granuliten und Cordieritgneissen, theils vom Mittweidaer Granitit gebildet, welcher jene in Form mächtiger Gänge durchsetzt. Hierzu gesellen sich als Grundgebirge der südlichsten Ausläufer dieses Tertiärgebietes bei Ottendorf die Gneiss-Glimmerschiefer und Muscovitschiefer, welche dort die Granulitformation überlagern.