Original paper

Das Alter der Bimsstein-Gesteine des Westerwaldes und der Lahngegend.

Sandberger, F.

Kurzfassung

Seitdem ich als Antwort auf eine Abhandlung v. Dechen's meine Bemerkungen über bimssteinführende Gesteine des Westerwaldes veröffentlicht habe, sind zwei Abhandlungen von Angelbis erschienen, in welchen die von ihm und v. Dechen aufgestellte Ansicht über das Alter des Bimssteinsandes auf dem Westerwalde und seine Herkunft aus diesem Gebirge selbst nochmals zu vertheidigen versucht wird. Da ich inzwischen auch weitere Thatsachen gesammelt habe, so bin ich auch in der Lage, nochmals auf diesen Gegenstand einzugehen und einen weiteren Beitrag zur Aufklärung desselben zu liefern. Ich hatte seiner Zeit geltend gemacht, dass das Profil von Langendernbach die behauptete Ueberlagerung des Bimssteinsandes durch Basalt nicht beweise, sondern wahrscheinlicher eine Ablagerung von Bimsstein unter dem Schutze einer vorspringenden Basaltwand vorliege, was ich auch jetzt noch glaube. Angelbis bemerkt hierzu, dass, wenn die bei Langendernbach gemachte Beobachtung ganz vereinzelt dastände, eine derartige Deutung gewiss nicht ohne Weiteres von der Hand zu weisen wäre. Ich nehme gern Act von dieser Aeusserung, trotzdem gleich darauf folgt: "dagegen steht die von mir gegebene Interpretation und nur diese mit den sonst beobachteten Verhältnissen im besten Einklang", was ich auch ferner beanstanden muss. Angelbis fährt dann fort: "wenn Sandberger sagt, dass die Kuppen der Berge von Bimsstein frei sind, darf uns das bei der leichten Beweglichkeit des Materials durch Regen und Wind nicht wundern, so ist das gewiss richtig. Anders verhält es sich mit den Basaltplateaux; in deren zahlreichen Vertiefungen hätten doch gewiss kleinere Partieen Bimsstein liegen bleiben müssen." Da nicht angegeben ist, welche Plateaux speciell gemeint sind, so muss ich die Antwort hierauf einstweilen schuldig bleiben und kann nur bemerken, dass Bimssteinsand in solchen Vertiefungen sehr wohl vorhanden, aber durch moorige Vegetation oder Alluvial-Bildungen verdeckt sein kann, nachdem an so vielen Orten der Lahngegend, z.B. Marburg, Launspach, Gladbacher Höfe bei Villmar das ganz unvermuthete Vorkommen des Bimssteinsandes nur durch Zufall entdeckt worden ist.