Original paper

Über einige Erwerbungen an Mineralien

Weiss

Kurzfassung

Herr Weiss legte einige Erwerbungen an Mineralien vor, welche die Sammlung der Bergakademie neuerlich gemacht hat, darunter: Amalgam von Grube Friedrichssegen, grau, dendritisch wie Silber, wofür es auch von den Sammlern gehalten wurde, ein Geschenk des Herrn Dir. Heberle in Ems an Herrn Pufahl, der es als Amalgam erkannte, analysirte und im Mittel von 3 Analysen 43,27 Hg, 56,70 Ag, Spur Cu, daher nahe Ag12 Hg5 fand (spec. Gew. 12,703 bei 170 C., mit Weissbleierz). - Ferner wurde von Herrn Mende in Lomnitz in Schlesien eingesandt: Molybdänglanz von Ober-Lomnitz (in Granit), Andalusit in Glimmerschiefer von Wolfshau bei Krummhübel, eine Reihe Feldspäthe z. Th. mit den durch Klockmann bekannt gewordenen Zwillingsverwachsungen aus den Ganggraniten von Hirschberg, auch Oligoklas in rings ausgebildeten Krystallen aus Ganggranit von Cunnersdorf bei Hirschberg. Derselbe legte hierauf aus dem hangenden (zweiten) Flötzzug von Waldenburg (Saarbrücker Schichten), nämlich aus dem Hangenden des 4. Flötzes (von unten) auf Carl-Georg-Victor-Grube bei Neu-Lässig eine Sigillaria vor, welche Schütze in seiner neuesten Beschreibung des niederschlesischen Steinkohlenbeckens (Abhandl. zur geol. Specialk. von Preussen Bd. III. Heft 4) als Sigillaria Eugeni Stur bezeichnet, die aber nach Stur in Waldenburger (Ostrauer) Schichten in Oberschlesien und Mähren auftritt. Die Vergleichung hat das Exemplar als Sigillaria minima Brongn. ergeben, deren nahe Verwandtschaft mit Sigillaria Eugeni, elegans und hexagona weiter besprochen wurde. Das Stück erhielt der Vortragende durch Herrn Walter in Hermsdorf. Von demselben rühren auch vorgelegte Abdrücke her von Segen-Gottes-Grube bei Altwasser bei Waldenburg, also aus Waldenburger Schichten, entsprechend dem, was Stur Calymmotheca Haueri nennt und als Indusien von Farnen, nämlich von Sphenopteris, ansieht. Mit dessen Abbildung (Mährischer Dachschiefer t. I. f. 2) stimmen die Waldenburger so sehr überein, dass ihre Abtrennung unzulässig erscheint, obschon sie in einer, höheren Stufe bei Waldenburg gefunden wurde als in Mähren. Auch diese Abbildungen wurden näher besprochen.