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Über die gesetzmässige Lage des Steilufers einiger Flussthäler im norddeutschen Flachlande

Klockmann, Friedrich

Kurzfassung

Herr Klockmann sprach über die gesetzmässige Lage des Steilufers einiger Flussthäler im norddeutschen Flachlande und stellte dieselbe, unter Bezugnahme auf einen Satz der Mechanik, als abhängig von der jedesmaligen Richtung des Wasserstroms und dem Streichen des durchbrochenen Höhenzuges hin. Als solche Durchbruchs- resp. Erosionsthäler mit deutlich einseitiger Steiluferausbildung seien namentlich die nördlichen Stromabbiegungen der Elbe zwischen Magdeburg und Havelberg, der Oder von der Einmündung der Neisse bis zur Ausmündung in die Ostsee und der Weichsel von Fordow bis Danzig bemerkenswerth. Ausgehend von der durch Herrn Berendt's Untersuchungen sehr wahrscheinlich gemachten Annahme, dass diese Thäler in der Richtung von N. nach S. strömenden Gletscherbächen ihre Entstehung verdanken und mit Rücksicht auf das herrschende Streichen der durchbrochenen Höhenzüge, sei es alsdann geradezu eine Consequenz des aufgestellten Princips, wenn bei der Elbe und Oder das steilere Ufer vorzugsweise auf der linken, bei der Weichsel vorzugsweise auf der rechten Seite gefunden werde. Dass local ein Umsetzen des steileren Ufers von der einen nach der anderen Seite zu beobachten sei, lasse sich auf locale Ursachen zurückführen. - Eine weitere Ausführung seines Vortrags giebt Redner im Jahrbuch der königl. preuss. Landesanstalt für 1882.