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Untersuchungen über fossile Hölzer.

Johannes, Felix

Kurzfassung

I. Tertiäre Laubhölzer. Zu Anfange der sechziger Jahre des 16. Jahrhunderts wurde in den Joachimsthaler Bergwerken bei Gelegenheit der Eröffnung des dortigen Erbstollens ein ganzer versteinerter Baum mit vielen Aesten und Zweigen aufgefunden und dieser zur damaligen Zeit wie begreiflich für ein Ueberbleibsel jener grossen Fluth gehalten und mit dem Namen Sündfluthbaum bezeichnet. Sternberg bemerkt in seinem Vers. d. Flor. d. Vorw. I pag. 3 Anm.: "Von diesem Baume, der in Joachimsthal unter der Benennung Sündfluthbaum bekannt ist, befinden sich noch einige Reste zwischen dem Hieronymus- und Fiedler - Gange, die 66 Lachter söhlig von einander abstehen. Die Verticalhöhe zu Tag beträgt 160 Lachter. Das Holz, dessen Fasern noch erkennbar sind, ist in Hornstein übergegangen, schwarz von Farbe, mit Adern von Kalkspath durchsetzt und in Wacke (Putzen-Wacke), in der Trümmer von Porphyr vorkommen, eingehüllt." - Was zunächst den Erhaltungszustand des Stammes anlangt, so ist dieser von Sternberg nicht richtig angegeben. Das Holz ist nicht in Hornstein übergegangen, sondern vielmehr in kohlensauren Kalk verwandelt. Daneben enthält es Eisenoxyd, und, da noch viel von organischer Substanz vorhanden ist, besitzt es eine tiefbraune Farbe. Hiermit stimmen auch die Angaben von Unger ganz überein, welcher das Holz zuerst untersuchte und als "Ulminium diluviale" beschrieben hat. Wenn ich dieses Holz hier noch einmal beschreibe und abbilde, so hat dies seinen Grund darin, dass ich hinsichtlich seiner Bestimmung zu einem ganz anderen Resultat als Unger gekommen bin. Ich hatte Gelegenheit, ein Exemplar dieses Holzes zu untersuchen, welches in der städtischen naturwissenschaftlichen Sammlung zu Chemnitz aufbewahrt wird, und dessen Bestimmung und Untersuchung mir von Herrn Dr. Sterzel freundlichst gestattet wurde, wofür ich ihm noch meinen herzlichsten Dank hierdurch aussprechen möchte. Cramer spricht am Schlüsse der Beschreibung seiner Betula Mac Clintockii die Vermuthung aus, dass Unger's Ulminium diluviale eher eine Birke zu sein scheine. Kaiser erwähnt in seiner Abhandlung über Ulmoxylon gleichfalls die Unger'sche Gattung Ulminium und bemerkt dabei: "Nach der Diagnose kann Unger kaum ein Ulmenholz vor sich gehabt haben."