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Die jüngeren Eruptivgesteine des mittleren Elba.

Nessig, Wilhelm Robert

Kurzfassung

I. Die als Fundort vieler schöner und seltener Mineralien bekannte Insel Elba war schon vielfach der Gegenstand geologischer Forschung; aber so schätzenswerthe Resultate auch die bisherigen Arbeiten geliefert haben, immer bleibt dem weiteren Studium dieses Eilandes noch ein reiches, ergiebiges Feld. Insbesondere sind es die Eruptivgesteine des mittleren Elba, deren mit den neueren Hilfsmitteln ausgeführte Untersuchung mir besonders lohnend erschien, da dort Felsarten von verhältnissmässig sehr jugendlichem geologischen Alter vorkommen, welche dennoch von jeher in einer auffallenden Weise mit den im Allgemeinen für weitaus ältere Massen üblichen Benennungen "Granit" und "Porphyr" bezeichnet worden sind. Wenn nun im Folgenden der Versuch gemacht wird, diese Felsarten in der angedeuteten Richtung zu prüfen, so haben die Ergebnisse in erster Linie Geltung nur für das von mir benutzte Material. Zum Ueberblick über den gegenwärtigen Stand unseres Wissens über die Geologie der Insel seien in chronologischer Folge die wichtigeren diesbezüglichen Arbeiten namhafter Forscher kurz angeführt. Unter denen, welche Elba zum Gegenstand ihrer Untersuchungen gemacht haben, ist zuerst zu nennen Prof. Paolo Savi in Pisa, welcher im Jahre 1833 seine Beobachtungen in der Abhandlung: "Cenno sulla costituzione geologica dell' Isola dell' Elba" niederlegte. Nächst ihm hat Fr. Hoffmann die Insel im geologischer Hinsicht durchforscht und ist zu Ansichten gelangt, die mit denen von Savi im Wesentlichen übereinstimmen. Von den durch Savi auseinander gehaltenen sedimentären Formationen des Verrucano und des Macigno erachtet Hoffmann den Verrucano, oder die krystallinischen Schiefer für einen metamorphosirten Macigno, der diese Umwandlung den eruptiven Massengesteinen der Insel, dem Granit und Porphyr verdanke.