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Zum Gebirgsbau der Alpen beiderseits des Rheines.

Rothpletz, August

Kurzfassung

Wer immer sich mit Alpengeologie befasst hat, kennt die aussergewöhnlichen Schwierigkeiten, welche man hier zu überwinden hat, um irgend eine Frage von grösserer Tragweite allseitig beantworten zu können. Diese Schwierigkeiten sind weniger in den Mühseligkeiten, mit welchen die Begehung hoher Berge verknüpft ist, als darin zu suchen, dass die Alpen in ihrer grossen Ausdehnung, von der Riviera bis zur Leitha, durchaus ein einheitliches Ganze sind, und dass somit zur richtigen Beurtheilung auch nur localer Verhältnisse die Kenntniss des Ganzen erfordert wird. Wie wenigen aber ist es gegeben, die gesammten Alpen geologisch zu durchwandern? Der daraus entspringende Mangel eigener Anschauung ist einerseits eine Quelle steter Hemmnisse, Missverständnisse und Irrthümer, deren bleibende Spuren uns in der Alpenliteratur zahlreich genug aufbewart sind; andererseits kann er den bedächtigen Alpengeologen verleiten, seinen Arbeiten sogar einen vorläufigen Abschluss zu versagen und dieselben nur immer von Neuem zu prüfen und weiter auszudehnen, wobei es ihm allerdings stets gelingen wird, seine Anschauungen zu modificiren und zu verbessern, nicht bloss weil er neue Beobachtungen zu machen Zeit findet, sondern weil überhaupt mit der Zeit sich gewisse Anschauungen klären oder zum wenigsten ändern. Das zutreffendste Beispiel eines solchen bedächtigen Mannes ist uns Arnold Escher Von Der Linth, der die Alpengeologie zwar in grossartigster Weise gefördert, den aber seine Bedächtigkeit: doch daran verhindert hat, die Ergebnisse derjenigen Beschäftigung, welcher er sein ganzes Leben hauptsächlich gewidmet hat, nämlich der geologischen Erforschung des Alpenlandes zwischen Reuss und Rhein, zusammenfassend zu veröffentlichen.