Original paper

Ueber Annularia sphenophylloides Zenker sp.

Sterzel, T.

Kurzfassung

In meiner Arbeit über die Fruchtähren von Annularia sphenophylloides (diese Zeitschr. 1882. pag. 685 ff.) theilte ich mit, dass diese Pflanze nach meinen Beobachtungen auch an den Stengelknoten spatelige Blätter besitze, und sprach die Vermuthung aus, dass die lanzettliche Form, welche die Stengelblätter der citirten Geinitz'schen Figur (Verst. d. Steink. 8, f. 10) zeigen, wohl nur Erhaltungszustand sei. Mittlere hatte Herr Geheimrath Geinitz die Güte, mir das Original zu senden, und ich fand meine Vermuthung bestätigt. Das im Uebrigen sehr schön erhaltene und sehr gut und getreu abgebildete Exemplar des Dresdener Museums lässt leider bezüglich der Stengelblätter zu wünschen übrig. Letztere sind nur unbestimmt begrenzt und erscheinen nur infolge theilweiser Zerstörung mehr oder weniger lanzettlich. Die wahre Gestalt der betreffenden Blätter ist nicht mit Sicherheit zu erkennen. - Die Geinitz'sche Auffassung erklärt sich wohl daraus, dass bei Annularia sphenophylloides auch sonst hin und wieder Blättchen zu sehen sind, die wegen unvollständiger Erhaltung lanzettlich erscheinen. Ich habe solche an verschiedenen Exemplaren gefunden, aber freilich immer in einem und demselben Quirl mit deutlich spateligen Blättern. Ich war ausserdem im Gegensatz zu Geinitz in der glücklichen Lage, Belegstücke zu finden, die Stengelblätter von entschieden nur spateliger Form zeigen (vergl. meine Figuren 1 u. 5). Es ist auf Grund dieser Beobachtungen jedenfalls mit Sicherheit anzunehmen, dass die normale Form der Stengelblätter von Annularia sphenophylloides die spatelige, also diejenige der Astblätter ist. Zugleich bemerke ich, dass Fig. 9 meiner Abbildung eine kleine Correctur erheischt. Auch im mittleren Blättchen muss nämlich der Nerv bis zur Spitze verlaufen.