Original paper

Den von Laspeyres so genannten "Orthoklasporphyr" vom Juhhe auf der Spitze des Lembergs an der Nahe.

Lossen, K. A.

Kurzfassung

Nach der mikroskopischen Untersuchung eines Dünnschliffes des Laspeyres'schen Originals gehört das Gestein von der "frischesten grünlichgrauen" Abänderung, in der jener Autor Orthoklas, Plagioklas, spärliche braunschwarze Glimmertäfelchen, einzelne Magneteisenkörnchen und seltene Quarzkörnchen erkannte, zum Quarzporphyrit. Es zeigen nämlich die wasserklaren Feldspatheinsprenglinge unter dem Mikroskop grösstentheils Zwillingslamellirung, ungestreiften Feldspath sieht man vorwiegend nur in dem mikrogranitischen Grundmassenmosaik. Neben dem Biotit ist in gleicher Menge ein ganz licht durchsichtiger, schwach aber deutlich pleochroitischer Augit in schlecht begrenzten säuligen Körnern ausgeschieden, welche in Schnitten aus oder nahe der Symmetriezone hell röthlichgelb erscheinen, wenn das Licht parallel b schwingt, hell bläulichgrün in's Graue in der dazu senkrechten Lage. Das Gestein, dessen Kieselerdegehalt Laspeyres zu 66,76 Procent bestimmt hat, ist danach den Augit-Quarzporphyren Sachsens nahe verwandt und ein richtiger Vorläufer der sauren und z. Th. auch quarzhaltigen Augit-Ande-site der Anden, Armeniens, Ungarns und von Santorin. In der Pfalz selbst hat es seinen nächsten Verwandten in den von Leppla beschriebenen Gesteinen des Remigiusbergs, die sich wesentlich nur durch einen geringeren Gehalt an Quarz (58,02 bis 60,33 pCt. Kieselsäure) und dem entsprechend auch an Orthoklas unterscheiden, aber lange nicht so frisch sind, als das Lemberg-Gestein. Den von Leppla nach Rosenbusch's Vorgang für so saure Gesteine verwertheten Namen Diabasporphyrit glaubt der Vortragende ablehnen zu müssen, weil eben sichtlich keine Diabas-Aequivalente porphyrischer Structur vorliegen, sondern sehr feldspathreiche Diorit-Aequivalente, echte Porphyrite, die am Lemberg nach Rosenbusch's eigenem Zeugniss auch braune Hornblende führen können an Stelle des jenem Autor unbekannt gebliebenen Augits.