Original paper

Über diverse Bohruntersuchungen

Berendt

Kurzfassung

Herr Berendt gab zunächst die folgende ihm brieflich zugegangene Mittheilung des Herrn Von Konen zu Protokoll: "Nahe dem von mir in dieser Zeitschrift 1866 erwähnten Bohrloche hat Herr Rittergutsbesitzer Wilckers in Sypniewo (Kr. Flatow, Westpreussen) im vergangenen Sommer ein Bohrloch von 145 m neben der Brennerei auf seinem Wirthschaftshofe machen lassen, um Wasser zu erlangen. Dasselbe traf wiederum etwa 25 m schwärzlichen Geschiebelehm, dann v. 25-140 m Braunkohlenthon meist gelblich, mehr oder weniger nach unten mit Braunkohlenspuren und erst v. 140-142 m schärferen Sand, und stieg aus diesem das Wasser, wie ich dies schon 1864 als wahrscheinlich bezeichnet hatte, bis auf 17 m unter Tage, dem Niveau der einige Kilometer entfernten Seeen, also dem allgemeinen Gründwasserniveau der Gegend. Bohrproben sind leider von diesem Bohrloche in Folge der angewendeten Bohrmethode nicht erhalten worden." Anknüpfend an diese Mittheilung sieht sich der Vortragende in der glücklichen Lage, aus der bereits recht umfangreichen Bohrprobensammlung der geologischen Landesanstalt die unmittelbar auch als Beleg für das Sypniewoer zu benutzende Bohrprobenfolge eines noch im Betrieb befindlichen Bohrloches auf Dominium Lindenwald (Womwelno) vorzulegen. Lindenwald, Herrn Commerzienrath Frentzel in Berlin gehörig, liegt in gleicher, etwa 1 1/2 Meile betragender Entfernung östlich des Städtchens Vandsburg, wie Sypniewo westlich desselben. Die Entfernung beider beträgt mithin kaum mehr als 3 Meilen. Ihre Höhenlage wird einigermaassen gleich zu veranschlagen sein. Nach den in 23 Gläsern ausgestellten Proben zeigt Bohrloch Lindenwald: [...]