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Über die Abbildung eines Dünnschliffpräparates des Diabas von dem Passbruche im Ostharz.

Lossen, K. A.

Kurzfassung

Bei sichtlicher Erhaltung der für das Gestein charakteristischen divergentstrahligen (Plagioklas-) Leistenstructur erkennt man, ausser den zum grossen Theil noch wolerhaltenen ursprünglichen Gemengtheilen: Plagioklas, Augit, Titaneisenerz, Apatit, als Neubildungen: blättrigen Chlorit, Carbonspath und wasserhell durchsichtigen Albit, dessen Aggregate im polarisirten Lichte nicht jene Leistenstructur, sondern eine feinkörnige mosaikartige Zusammensetzung zeigen und dabei grösstentheils aus unverzwillingten Individuen bestehen. Und zwar erfüllen diese Neubildungen bald die erweiterten Spaltrisse oder sonstigen Spältchen im Augit und Plagioklas oder sie ersetzen örtlich die zerstörte primäre krystallinische Füllmasse zwischen dem Leistenwerk der Plagioklase. Derselbe gab alsdann eine Uebersicht über die Eruptivgesteine im Harz, welche er in vier Formationsreihen einordnete: in die antegranitische Reihe, die Granit-Gabbro-Reihe, die postgranitische Gangformation-Reihe und die postgranitische Deckenformation-Reihe, und besprach die erste dieser vier Reihen etwas eingehender. Die antegranitische Reihe, deren Eruptionszeit vor der Schichtenaufrichtung und vor der Kerngebirgsbildung des Harzes liegt und die demnach in dem Bildungsprocesse des Gebirges lediglich, eine passive Rolle spielt, ist nur ein Bruchtheil der ausgedehnten paläoplutonischen Eruptivformation, welche zur älteren und mittleren paläozoischen Zeit bis in die Culm-Zeit hinein von der Rhein- und Maasgegend über den Harz, den Thüringerwald und das Fichtelgebirge bis nach Böhmen, Schlesien und Mähren hinein zum Ergusse gelangte.