Original paper

Ueber die Schichtenfolge des Silurs in Schonen, nebst einem Vergleiche mit anderen gleichalterigen Bildungen.

Tullberg, Sven Axel

Kurzfassung

Die silurischen Bildungen in Schonen sind in Hinsicht sowohl der palaeontologischen als der petrographischen Verhältnisse von den gleichaltrigen der nördlichen Provinzen Schwedens sehr abweichend. Auf den Inseln Oeland und Gotland, in Ostgothland, Westgothland und Dalekarlien sind die silurischen Schichten grösstentheils aus Kalksteinen zusammengesetzt, welche sehr reiche Faunen von Trilobiten, Brachiopoden, Cephalopoden, Corallen und Crinoideen führen, während in Schonen die Kalklager einen unbedeutenden Platz einnehmen und die Hauptmasse der Schichten aus Graptolithen-führenden Schiefern besteht. Die Graptolithen scheinen im Allgemeinen nicht mit Thieren der obengenannten Ordnungen beisammen gelebt zu haben; diese scheinen in der Nähe der Küsten am besten gediehen zu sein; jene aber sind sicherlich Tiefwasserbewohner gewesen. Man findet ihre Hydrosomata in den schwarzen bituminösen Schiefern gewöhnlich in grossen Massen zusammen, aber selten von anderen Fossilien begleitet. Die Abwesenheit anderer Fossilien, die Armuth an Arten der verschiedenen Faunen und die feinkörnige Beschaffenheit der Gesteine, in welchen die Graptolithen enthalten sind, alle diese Thatsachen deuten an, dass diese Thiere im Tiefwasser gelebt haben. Die Schieferbildungen von Schonen stimmen mit gewissen britischen Graptolithen-führenden Ablagerungen von gleichem Alter am besten überein; doch findet man auch in den silurischen Schichten der nördlichen Provinzen Schwedens einzelne Graptolithen-führende Zonen, welche mit einigen der in Schonen vorkommenden aequivalent sind. Hierdurch ist auch die Möglichkeit gegeben, die Horizonte in Schonen, im nördlichen Schweden und in Britannien mit einander zu parallelisiren, was ausserdem durch das gleichzeitige Vorhandensein einiger Trilobiten-führenden Zonen in Schonen erleichtert wird.