Original paper

Ueber diatomeenführende Schichten des westpreussischen Diluviums.

Noetling, Fritz

Kurzfassung

Im 33. Bande dieser Zeitschrift hat Herr Max Bauer eine Beschreibung des diluvialen Diatomeenlagers in der Wilmsdorfer Forst bei Zinten und hieran anschliessend eine nochmalige Untersuchung des Diatomeenmergels von Domlitten vorgenommen. Es muss hervorgehoben werden, dass Herr Bauer in dieser Arbeit als der erste es versucht hat, die Diatomeen gleich anderen Petrefacten als Leitfossilien für bestimmte Schichten zu verwerthen. Es gelang Herrn Bauer bei Domlitten eine Gliederung in der Weise durchzuführen, dass er eine obere Abtheilung mit Stephanodiscus Schumanni, in welcher dagegen Formen wie Pinnularia oblonga var. lanceolata und Navicula scutelloides var. disculus fehlen oder seltener sind, von einer unteren, in welcher die beiden letzten Formen häufig, Stephanodiscus Schumanni dagegen selten ist, schied. Weiterhin versuchte Herr Bauer die Diatomeen zur Bestimmung des Klimas zu benutzen. Kurze Zeit darauf publicirten die Herren Jentzsch und Cleve eine Abhandlung, in welcher ausser den beiden oben genannten Orten noch die verschiedensten Localitäten Norddeutschlands, welche Diatomeen, sei es in diluvialen, sei es in alluvialen Ablagerungen, geliefert, betrachtet werden. Die vorerwähnte Arbeit des Herrn Bauer wird hierin einer Kritik unterzogen, die ich auf Grund meiner Untersuchungen theilweise als nicht ausreichend motivirt und demnach unzutreffend erachten, theilweise vollständig zurückweisen muss. Wenngleich die folgende Arbeit jede Discussion klimatologischer Verhältnisse aus dem Diatomeenbefunde vermeidet, so muss ich doch eingangs mit einigen Worten Bezug darauf nehmen, da Herr Jentzsch diesbezügliche Schlussfolgerungen des Herrn