Original paper

Ueber einen neuen Ceratiten aus dem Grenzdolomit Thüringens und über Glacialerscheinungen bei Klein-Pörthen zwischen Gera und Zeitz.

Zimmermann, Ernst

Kurzfassung

Im Sommer 1882 fand ich in einem von Myophoria Goldfussi strotzenden Gestein aus dem Grenzdolomit des thüringischen Keupers bei Sülzenbrück unweit Neudietendorf neben anderen Versteinerungen auch ein Stück eines Ceratiten. Dieser schon wegen seines Lagers interessante Fund ist ein Wohnkammersteinkern, welcher leider auf der einen Seite abgerieben ist und hinter dem letzten Septum auch nur noch ein sehr kleines Windungsstück trägt, während der übrige Theil des letzten Umgangs und alle früheren Umgänge fehlen. Das Gehäuse war stark involut, denn es reichte der vorletzte Umgang in der Wohnkammer bis zu deren halber Höhe empor; es lässt sich somit aus dem hinterlassenen Hohlabdruck auch über ihn noch einiges schliessen. - Sehr auffällig ist die stetige Aenderung des Windungsquerschnitts: die Höhenzunahme erfolgt nämlich sehr schnell, aber noch schneller die Dickenzunahme, so dass die Breite des Querschnitts im Verhältniss zur Höhe immer grösser wird; dabei rückt die jeweilig grösste Breite in ihrer Lage immer weiter von der Spindelseite ab, und gleichzeitig geht der Aussentheil, welcher einen Umgang hinter der Wohnkammerscheidewand noch fast scharfschneidig ist, schnell in eine immer breiter werdende Fläche über, welche anfänglich auf kurze Zeit eben und durch stumpfe Kanten gegen die Seitenfläche abgesetzt ist, dann aber unter Verlust dieser Kanten sich flach abrundet. Die Seitenflächen setzen sich mit sehr sanfter Neigung auf den vorhergehenden Umgang auf. Der sehr enge Nabel nimmt nur 1/9 des gesammten Scheibendurchmessers ein. Die Sculptur ist auf der Wohnkammer sehr ausgeprägt: es tritt eine Reihe von Dornen gerade in der Mitte, eine zweite von doppelt so vielen am äusseren Rande der Seitenflächen auf.