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Über Versuche behufs Herstellung künstlicher Mineralien und Gesteine

Dölter

Kurzfassung

Herr Dölter machte eine vorläufige Mittheilung über Versuche behufs Herstellung künstlicher Mineralien und Gesteine; dieselben hatten theils den Zweck der directen Nachahmung von Mineralien und Gesteinen vermittelst Schmelzfluss, theils den, die Einwirkung verschiedener Magmen auf Mineralien zu eruiren. In letzterer Hinsicht wurden eine Reihe von Mineralien, namentlich Augit-Bronzit, Granat, Olivin, Quarz, Hornblende, Zirkon, in verschiedene geschmolzene Gesteine, wie Nephelinbasalt, Limburgit, Phonolith, Hornblende-Andesit eingetaucht und während 10-20 Stunden dieser Wirkung ausgesetzt und dann allmählich abgekühlt. Es handelte sich namentlich darum zu erfahren, ob unzweifelhaft auf sedimentärem Wege entstandene Mineralien dadurch in ihrer Structur geändert sind und die der echt vulcanischen Mineralien annehmen. Die Versuchen wurden auch auf Aggregate von Olivinfels, Glimmerschiefer etc. ausgedehnt, und ergab es sich, dass eine vollständige Uebereinstimmung der auf diesem Wege erhaltenen Producte mit der vulcanischen nur selten erzielt wurde. Der Vortragende besprach bei dieser Gelegenheit die Frage nach der Bildung der Olivinbomben und neigte zu der Ansicht, dass es sich dabei nicht um eingeschmolzene Fragmente von älteren Olivingesteinen handeln könne. Die Versuche behufs Erzeugung künstlicher Gesteine wurden unter denselben Bedingungen wie die Fouqué'schen ausgeführt. Es handelte sich dabei aber wesentlich darum, den Einfluss kleiner Veränderungen in der chemischen Zusammensetzung auf die mineralogische Zusammensetzung zu studiren, und wurden zu diesem Zwecke nach den Analysen bekannter Gesteine Mischungen der verschiedenen chemischen Bestandtheile vorgenommen und dieselben zum Schmelzen und langsam zur Erstarrung gebracht, daneben aber an demselben Gesteine directe Schmelzversuche gemacht, und die Producte verglichen. In manchen Fällen stimmen Gesteins-Umschmelzungsproduct künstliche Gesteine miteinander vollkommen überein.