Original paper

Über praeglaciale Süsswasserbildungen im Diluvium Norddeutschlands.

Keilhack, Konrad

Kurzfassung

Westlich der Oder waren bisher keine versteinerungsführenden Diluvialablagerungen bekannt, die unter dem Unteren Diluvialmergel liegen, wenn man von dein Vorkommen der Paludina diluviana Kunth absieht. Der Vortragende beschrieb solche von sechs verschiedenen zwischen Oder und Weser gelegenen Punkten, nämlich von Oberohe bei Soltau und von Uelzen in der Lüneburger Haide, von Belzig und Görzke im Fläming, von Bienenwalde bei Rheinsberg nördlich und von Korbiskrug bei Königs-Wusterhausen südlich von Berlin. Alle diese Ablagerungen sind muldenförmige Ausfüllungen von Seebecken, deren Grosse zwischen 1 Hectar und 3 Quadratkilometern schwankt. Die Ausfüllungsmasse besteht bei dem Oberoher Lager aus Diatomeenerde, bei den übrigen aus einem zwischen den Fingern zerreiblichen äusserst feinpulverigen Süsswasserkalke mit eingelagerten festen Kalkconcretionen (sog. Lösspuppen) und festen Kalksteinbänken. Der Gehalt an kohlensaurem Kalke schwankt zwischen 60 und 96 pCt. Die Lagerungsverhältnisse sind bei den einzelnen Vorkommnissen etwas verschieden, im Ganzen aber sehr übereinstimmend. Es sind Untere Diluvialsande, welche die Basis für die bis 15 m mächtigen Süsswasserbildungen abgegeben haben. Bei Korbiskrug liegt noch Diluvialthonmergel darunter. Ueberlagert werden sie entweder ebenfalls von Unterem Sande, oder es schiebt sich dazwischen noch eine bis 2 m mächtige Schicht Unteren Diluvialmergels ein. Darüber liegt dann gewöhnlich noch Oberer Diluvialsand. Alle diese Bildungen erwiesen sich als ziemlich reich an organischen Resten sowohl des Pflanzen-, wie des Thierreiches. Es Hessen sich mit Sicherheit die folgenden bestimmen: [...]