Original paper

Über den Calamites transitionis Göpp. (= Archaeocalamites radiatus (Brngn.) Stur).

Weiss

Kurzfassung

Aus dem Nachlasse des verstobenen Prorector Höyer in Landshut in Schlesien hat die geologische Landesanstalt kürzlich eine Reihe der dort vorgekommenen Culmpflanzen erworben, worunter der bekannte Calamites transitionis eine recht gute Vertretung findet. Alle Stücke sind nur Steinkerne, zeigen aber die mannichfachen Variationen, welchen die Stämme dieser Art oder dieses Typus unterworfen gewesen sind, recht vollständig. Schon die Dimensionen sind recht verschieden. Das grösste Stück ist 70 cm lang und misst auf der wenig zusammengedrückten Seite 11 cm Breite; 11 cm Durchmesser wird bei einigen ganz runden Stücken noch überschritten. Während gewöhnlich die Gliederlänge zwischen 2 und 10 cm schwankt, erreicht sie an einem Stücke 15,5 cm bei 8 cm Breite des halb zusammengedrückten Stammes und sinkt an einem anderen sogar auf 3 mm bei 30 mm Breite des ebenfalls zusammengedrückten Stammes! Diese letztere Varietät, welche durchgehends so stark abgekürzte Glieder trägt, verdient die besondere Bezeichnung als var. abbreviatus. Bei allen übrigen Exemplaren ist 10 mm das Minimum der Gliedlänge. Kürzere Glieder zwischen längeren sind auch hier vorhanden, wie von anderen Fundorten es bekannt ist. Ein Exemplar zeigt Zunahme der Glieder von 14 mm allmählich bis 45 mm, worauf wieder geringe Abnahme folgt. Im Uebrigen sind die Längen- schwankungen unregelmässig, Periodicität nirgend vorhanden. Blatt-, Wurzel- und Astspuren sind an den Landeshuter Exemplaren nicht so gut in ihrem gegenseitigen Stellungsverhältniss ausgeprägt, wie es durch Stur und richtiger besonders durch Rothpletz bekannt geworden ist. Wohl aber sind grosse entwickelte Astnarben an mehreren Stücken sehr gut erhalten, zum Theil zahlreich. Diese sind noch weniger vollständig dargestellt worden und einige Angaben deshalb von Interesse.