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Notiz über die Gattung Dictyophyton.

Roemer, Ferdinand

Kurzfassung

In Ward's Natural Science Bulletin; Rochester, N. Y. Vol. 1. No. 2. 1882. pag. 5 findet sich die Bemerkung, dass im Laufe des vorigen Sommers im oberdevonischen Sandstein von Steuben County im Staate New York ein Fund von mehreren Hundert Exemplaren des Dictyophyton tuberosum gemacht wurde. Sehr wahrscheinlich rührt von diesem Funde eine Partie von Exemplaren her, welche in diesem Frühjahr durch einen amerikanischen Händler nach Deutschland gelangte und von welcher wohlerhaltene, zum Theil mehr als fusslange Exemplare für mehrere öffentliche Sammlungen erworben wurden. Ein auch für das Breslauer Museum (in welchem sich bisher nur ein kleineres unvollkommenes Exemplar befand) erwobenes Stück hat zu den nachstehenden Bemerkungen angeregt. Die Gattung Dictyophyton wurde von J. Hall für gewisse merkwürdige Fossilien aus dem Oberdevon des Staates New York und des Staates Ohio errichtet, von welchen Conrad eine einzelne Art schon früher unter der Benennung Hydnoceras tuberosum beschrieben hatte. Obgleich nun J. Hall ohne Zweifel mit Recht die von Conrad angenommene Zugehörigkeit des Fossils zu den Cephalopoden leugnete und demgemäss mit Conkad's Zustimmung dessen Gattungsnamen änderte, so ist doch andererseits auch die von ihm angenommene systematische Stellung dieser Körper, derzufolge sie zu den Meeres-Algen gehören sollen, nichts weniger als zweifellos, wie ich schon früher bemerkt habe. In der That haben neuerlichst Whitfield und Dawson diese Körper für Kieselschwämme erklärt und sie zunächst mit der recenten Gattung Euplectella verglichen. Es soll hier zunächst nicht untersucht werden, wie weit diese letztere Stellung als begründet anzusehen ist. Dagegen soll auf das Vorkommen von Körpern derselben Art im devonisches Kalke der Eifel aufmerksam gemacht werden.