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Analyse eines Granitporphyrs von der Kirche Wang in Schlesien.

Jung, O.

Kurzfassung

Bei der Kirche Wang unweit Brückenberg in Schlesien steht ein Granitporphyr zu Tage, welcher den Granitit des Riesengebirges gangförmig durchsetzt. Makroskopisch zeigt das Gestein in überwiegender, bläulichgrauer, dichter, compakter Grundmasse nicht gerade zahlreiche, graue, ringsum ausgebildete Quarzkrystalle, grosse blassröthliche Zwillinge von Orthoklas, welche z. Th. von weisslichgrünem Plagioklas umgeben sind; ferner weisslichgrüne Plagioklase, welche an Grösse, aber nicht an Menge gegen die Orthoklase zurückstehen. Weniger reichlich tritt Glimmer in schwärzlichgrünen, meist sechsseitigen Tafeln auf, sehr sparsam Kupferkies. Die Grundmasse zeigt nach Rosenbusch (Massige Gesteine pag. 88) und nach Liebisch (diese Zeitschrift Bd. 29, pag. 726) Granophyrstructur. Im Dünnschlift sieht man die Orthoklase oft zonal aufgebaut, z. Th. Perthit-artig mit Plagioklaslamellen verbunden. Ausserdem findet sich sparsam Apatit, Titanit, Titaneisen, Zirkon. Der Apatit durchsetzt sehr häufig die Glimmerblättchen. Die ziemlich scharf absetzende Verwitterungsrinde des Granitporphyrs ist hell gelblichbraun, die Färbung stammt von den Eisenoxyden des Glimmers. Zur chemischen Analyse wurde das feingepulverte und über Schwefelsäure getrocknete Gestein ein Mal mit kohlensaurem Natron-Kali, ein anderes Mal mit Flusssäure aufgeschlössen und die nach Abscheidung der Kieselsäure mit Ammoniak gefällten Basen nach dem Schmelzen mit saurem schwefelsauren Natron wieder in Wasser gelöst. Nachdem die Gesammtmenge des vorher reducirten Eisens in dieser Lösung durch Titriren mit Kalipermanganat bestimmt war, ergab sich die Menge des Eisenoxyduls aus der Titrirung einer besonderen mit Schwefelsäure im Einschlussrohr aufgeschlossenen Probe. Titansäure liess sich sowohl im Kieselsäureniederschlag als auch durch Behandeln der Lösung mit schwefliger Säure, jedoch nicht in wägbaren Mengen nachweisen, ebenso Phosphorsäure in deutlichen Spuren.