Original paper

Ueber Glacialerscheinungen bei Gommern unweit Magdeburg.

Wahnschaffe, Felix

Kurzfassung

Die Umgegend des vierzehn Kilometer ostsüdöstlich von Magdeburg der Zerbst-Leipziger Eisenbahn gelegenen Städtchens Gommern habe ich bereits im Frühjahr 1881 und im Herbst 1882 in der Absicht besucht, die Oberfläche der in den dortigen Steinbrüchen aufgeschlossenen Sandsteine auf das Vorkommen von Glacialschliffen zu untersuchen. Beide Male waren meine Bemühungen ohne Erfolg, obwohl die schon damals von mir beobachteten Localmoränen und besonders der in einigen Brüchen unmittelbar auf den Schichtoberflächen des harten Sandsteins liegende Geschiebemergel mich diesen Ort stets im Auge behalten Hessen. Bei einem dritten Besuche im October dieses Jahres ist es mir, allerdings erst durch mühsame Aufdeckungen, gelungen, daselbst die bereits vermutheten Glacialschrammen aufzufinden und zwar in einer Art und Weise der Ausbildung, dass sich dieser Ort sehr wohl mit Velpke und Danndorf vergleichen lässt. Die Gegend, in welcher die Beobachtungen angestellt wurden, liegt südlich von Gommern und nördlich des hier in grossen Bögen von O. nach W. gerichteten Laufes der Elbe, oder genauer unmittelbar an dem rechten Ufer des sich südwestlich von Dornburg von der Elbe abzweigenden und sich südlich von Prester wieder mit ihr vereinigenden Elbarmes, der sogenannten "Alten Elbe". Auf der Ewals'schen geologischen Karte der Provinz Sachsen von Magdeburg bis zum Harz ist dieses Gebiet als "Lehm und Sand mit Geröllen vorherrschend nordischen Ursprungs" angegeben, unter welchen die in ihrer geologischen Altersstellung wohl noch immerhin zweifelhaften Culmbildungen des Madgdeburgischen und an einigen Stellen unbedeutende Reste von Oligocänablagerungen durch den Steinbruchbetrieb aufgeschlossen sind.