Original paper

Ueber "klingenden Sand".

Berendt, G.

Kurzfassung

Die folgende Mittheilung wurde zunächst veranlasst durch ein Schreiben des Secretairs der Smithsonian Institution, Prof. Baird in Washington, welcher für einen der dortigen Gelehrten um Uebermittelung einer Probe des in der Literatur Bekannt gewordenen klingenden oder tönenden Sandes von Colberg bat. Da mir aber im Laufe der Jahre die Frage nach dem klingenden Sande schon wiederholt gelegentlich vorgelegt wurde, so darf ich wohl annehmen, dass sie ein allgemeineres Interesse erregt. Ja es wäre eigentlich, wie die beabsichtigten Untersuchungen beweisen, den schon früher an die Erscheinung geknüpften Folgerungen gegenüber eine Mittheilung meiner Erfahrungen über derartige Sande, gerade vom geologischen Standpunkte aus, schon längst nöthig gewesen. Ihren Ursprung nehmen diese Anfragen jedenfalls von einer Mittheilung meines verstorbenen Freundes Meyn in seiner "Geognostischen Beschreibung der Insel Sylt und ihrer Umgebung". Hier heisst es auf pag. 30 (634): "der Quarzsand des jurassischen Gebirges auf Bornholm giebt bei jedem Schritt, namentlich bei etwas träger, schleifender Bewegung einen schrillen, kreischenden Ton von sich." In der Folge erklärt Meyn dann diesen Ton allein beim Bornholmer Kaolinsande beobachtet zu haben und ausserdem nur, ohne den Ursprung angeben zu können, eine Notiz zu kennen, nach welcher der Strandsand zu Colberg in Pommern unter dem Tritt des Wanderers töne. Gleich nach dem Erscheinen dieser Abhandlung im Jahre 1876 schrieb ich an den Rand der betreffenden Stelle meines Handexemplars: "Auf der Kurischen Nehrung und am samländischen Strande Ostpreussens oft gehört!"