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"Ueber Glacialerscheinungen bei Gommern unweit Magdeburg"

Schreiber

Kurzfassung

Herr Wahnschaffe sprach: "Ueber Glacialerscheinungen bei Gommern unweit Magdeburg". Herr Schreiber theilte mit Bezug auf den Vortrag des Herrn Wahnschaffe folgendes mit: Die Umgegend von Gommern, welche Herrn Wahnschaffe so wichtiges Material für seine Untersuchungen über Glacial-Erscheinungen geboten hat, habe ich im Jahre 1875 wiederholt besucht, und eine der wesentlichen Erscheinungen, welche er als Beweismittel für die Wirkung von Gletscherströmen verwerthet: "Zerstörung des Gefüges der oberen Gesteinsschichten" wohl bemerkt; es war mir aber damals nicht möglich, diese Erscheinung zu deuten. Die Zertrümmerung der Deckschicht beobachtete ich in dem Schröder'schen Steinbruche im Süden Gommerns und in einem Plötzkyer Steinbruche, also an dem Nord- und West-Rande der Gesteinsinsel, deren Schichten zwischen Gommern, Plötzky sowie im Süden, Norden und Nordosten von Pretzien sich verbreiten. In dem Schröder'schen Bruche bildete die Oberste Decke der Felsschichten eine zerklüftete Steinschicht, darüber lagerten in Sand eingebettet einzelne mächtige Granitblöcke, untermischt mit scharfkantigen Stücken des hier anstehenden Gesteins. Ueberlagert waren dieselben von einer dunkelfarbigen Schicht, welche eine 3 m mächtige Bank feinen Sandes deckte. In dein Plötzkyer Steinbruche war die obere zerbrochene Steinbank 1 m mächtig, darunter befand sich in ungestörter Lage die mit Steinbänken wechsellagernde Schieferthonschicht.