Original paper

Über einige Exemplare von Thierfährten aus dem mittleren Keuper des südlichen Thüringen.

Beyschlag, Franz

Kurzfassung

Dieselben finden sich in einem Kieselsandstein, der zwischen Westhausen, Linden (Blatt Römhild), der St. Ursula-Capelle, Schweickershausen a. Kieth (Blatt Rieth), eine beträchtliche Oberflächenverbreitung erlangt. Nach seiner petrographischen Beschaffenheit sowohl, als nach seiner Lagerung über der eben dort typisch entwickelten Lehrberger Schicht und unter dem sein charakteristisches Leitfossil beherbergenden Semionotus- Sandstein ist derselbe unzweifelhaft mit dem in Franken und Süddeutschland verbreiteten. Blasen und Plattensandstein identisch. - Die hauptsächlichsten Fund punkte der Fährtenausgüsse liegen: 1. an dem von Gellers hausen nach Rieth führenden Flurweg, wo die Pflugschar alljärlich frisches Material aus den wenig tiefgründigen Aeckern zu Tage fordert, und 2. in den Plattenbrüchen des an der bayerischen Grenze gegen Sternberg gelegenen Forstdistrictes "Seelbach". Auch unweit Mährenhausen (Blatt Heldburg) bei Coburg scheinen Fährten im gleichen Niveau vorzukommen. Das bisher aufgefundene Material erscheint leider für eine specifische Bestimmung noch nach Qualität und Quantität um zulänglich. Immerhin kann man vorläufig zwei verschiedene Gruppen unterscheiden, deren erstere schmale, dreizehige Eindrücke zeigt, während bei der zweiten, dem Chirotherium Berthii Kaup nach Form und Grössenverhältniss der Vorder- und Hinterfuss - Eindrücke ziemlich nahestehenden Gruppe es bis jetzt zweifelhaft bleibt, ob ihr der starke, abgesetzte Daumen jener Buntsandsteinform fehlt, oder ob lediglich mangelhafte Erhaltung der bisher gefundenen Exemplare dieselben vierzehig erscheinen lässt. - Von Dinosaurier-Resten - und mit solchen könnte man doch wohl jene Spuren nur in Verbindung bringen - ist ebendort bis jetzt noch nichts gefunden worden.