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Über ein bei Liebenberg im Kreise Templin, gefundenes Geschiebe eines beinahe reinen, völlig Quarzit-artigen weisslichgrauen Kieselsandsteins

Remelé, A.

Kurzfassung

Herr A. Remlé legte über ein bei Liebenberg im Kreise Templin, ungefähr 1 Meile östlich von Löwenberg i.d.M. gefundenes Geschiebe eines beinahe reinen, völlig Quarzit-artigen weisslichgrauen Kieselsandsteins vor, welches nebst ein paar kleineres Paradoxides-Fragmenten ein vollkommen erhaltenes Hypostoma einschliesst, dessen Zugehörigkeit zu Paradoxides Tessini Brongn. mit zweifelloser Sicherheit zu erkennen ist. An den Fossilresten und theilweise auch an den sich anschliesenden Absonderungsflächen zeigt sich eine dunkelbraune, durch Mangansuperoxyd bewirkte Färbung; auf diesem Pigmentgrunde treten einzelne weisse Glimmerschüppchen glitzernd hervor. Das ringsum fast politurartig geglättete Geschiebe von doppelter Faustgrösse ist ganz ungeschiefert und frei von kohlensaurem Kalk; eine im Laboratorium des Vortragenden von Herrn E. Ramann ausgeführte Analyse ergab Folgendes: [...] Was das besprochene Gerölle besonders interessant macht, ist sein petrographischer Charakter, durch den es sich von den früher beschriebenen Eberswalder Geschieben mit Para doxides Tessini, welche, gleich dein typischen Tessini-Gestein Oelands, aus einem blaugrauen, kalkreichen Sandsteinschiefer bestehen, sehr deutlich unterscheidet. Nichtsdestoweniger ist dasselbe zunächst mit dem Tessini-Lager der genannten Insel in Beziehung zu bringen, zumal da bis jetzt nur auf Oeland Paradoxides Tessini in anstehendem Sandstein sich gefunden hat. Analog scheint übrigens das von Ferd. Romer als ein gelblichgrauer, Quarzfels - ähnlicher Sandstein mit kieseligem Bindemittel beschriebene Tessini-Geschiebe von Nieder-Kunzendorf in Schlesien zu sein. Derselbe Redner sprach sodann unter Vorzeigung verschiedener Belegstücke über einige seltnere Kreidegeschiebe der Gegend von Eberswalde. Während specielle Mittheilungen über diesen Gegenstand vorbehalten bleiben, seien hier von den mitgetheilten Vorkommnissen nur folgende zwei angeführt, die aus tieferen Niveau's der oberen Kreideformation stammen:[...]