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Geologische Untersuchungen in Russisch-Podolien.

von Dunikowski, Emil

Kurzfassung

Im verflossenen Sommer war mir die Gelegenheit geboten, eine grössere Reise in Russisch-Podolien zu machen. Ich besuchte die Thäler des Smotricz-, Uszyca-, Ladawa- und Dniesterflusses und stellte überall ausführliche Studien an. Leider war ich nicht in der Lage, die Schichten in grösserem Maassstabe palaeontologisch auszubeuten; doch das Gesammelte und Gesehene genügt vollkommen, um das Alter einzelner Ablagerungen mit grosser Präcision zu bestimmen. Die Resultate meiner Untersuchungen, die ich nachstehend zusammenstelle, und die einen kleinen Beitrag zur Geologie des podolischen Plateau's bilden, dürften schon aus diesem Grunde nicht unwillkommen sein, da gerade über den russischen Theil der Hochebene fast gar keine neuere Arbeit vorliegt. Während die galizische Hälfte Podoliens durch die Aufnahmen der Wiener geologischen Reichsanstalt, ferner durch die Detailuntersuchungen, die von Landesgeologen im Auftrage des galizischen Landesausschusses ausgeführt wurden, im Laufe der zwei letzten Decennien bis in die kleinsten Details genau bekannt wurde, - liegen über den russischen Theil bis jetzt noch immer nur die Arbeiten aus den 30er und 40er Jahren von Eichwald, Du Bois De Montpéreux, Pusch etc. vor. Nur der Reisebericht von Barbot De Marny stammt aus den 60er Jahren, die fast gleichzeitige Arbeit Malewski's behandelt nur die Silurformation des Dniesterbeckens, die Abhandlung Schwackhöfer's beschäftigt sich mit den Phosphoriteinlagerungen, während das schöne Werk v. Alth's, von dem bis jetzt leider erst ein Theil erschienen ist, bezüglich des russischen Theiles der Hochebene sich nur auf die Angaben älterer Forscher und speciell auf die paläozoischen Schichten beschränkt. Ich werde noch Gelegenheit haben, auf einzelne Mittheilungen früherer Beobachter zurückzukommen, vorläufig will ich einzelne Detailprofile aus den von mir untersuchten Gegenden beschreiben, um auf diese Weise die Uebersicht des Ganzen und den Vergleich mit Galizisch-Podolien zu ermöglichen.