Original paper

Ueber den Bimsstein und Trachyttuff von Schöneberg auf dem Westerwalde.

Sandberger, F.

Kurzfassung

In meiner letzten Notiz über diesen Gegenstand (diese Zeitschrift Bd. XXXIV., pag. 806 ff.) hatte ich die Existenz von älteren Bimssteinablagerungen auf dem Westerwalde auf Grund des von Angelbis beschriebenen Vorkommens einer solchen unter Trachyttuff in einem Brunnenschachte des Dorfes Schöneberg für möglich erklärt. Zugleich machte ich aber darauf aufmerksam, dass in solchen die für die seither bekannten jüngeren Bimssteinlager dieses Gebirges so sehr charakteristischen Hauyne wohl fehlen würden. Ich habe nun Gelegenheit gehabt, mir von dem Eigenthümer jenes Brunnenschachtes Proben der durchteuften Gesteine in grösserer Quantität zu verschaffen und sowohl den Bimssteinsand als den Trachyttuff näher untersucht. Die Stückchen des Bimssteins, von welchen die grössten etwa die Grosse von Kirschkernen erreichen und durchschnittlich 0,06 grm wiegen, zeigen nur theilweise scharfe Kanten und sind stets schon etwas zersetzt und krümelig, doch bleibt die stets sehr fein- und parallel-fadige Structur in der Regel gut erkennbar. Von eingewachsenen Mineralien ist nur Sanidin in Krystallen hier und da nachweisbar, schwarze z. Th. deutlich dendritische Flecken bestehen aus Gemengen von Mangan-Hyperoxyd und Brauneisenocker und sind offenbar auf spätere Infiltration durch Gewässer zurückzuführen. Zwischen dem Bimsstein kommen nicht selten lose, sehr dünne Blättchen von schwärzlicher Farbe und geringen Dimensionen vor, welche noch Schieferung zeigen. Sie bestehen nach der mikroskopischen Untersuchung aus theilweise verglasten (devonischen) Schiefern. In dem Glase ist wie gewöhnlich Magneteisen ausgeschieden, nicht selten in solcher Meuge, dass die zerkleinerten Bröckcken vom Magnetstabe angezogen werden. Graugrüne Splitter vom Habitus der Sericitschiefer fehlen aber gänzlich.