Original paper

Ueber einige Saurier des oberschlesischen Muschelkalkes.

Gürich, Georg

Kurzfassung

Von der Reichhaltigkeit der Reptilienfauna des oberschlesischen Muschelkalkes geben die zahlreichen Abbildungen H. v. Meyer's nur annähernd eine ausreichende Vorstellung, wohl aber lassen sie eine auffällige Eigentümlichkeit derselben erkennen; es ist dies das häufige Auftreten kleiner, selbst winziger Formen neben den zum Theil beträchtliche Grösse erreichenden Sauriern, die im Muschelkalk des übrigen Deutschland und Frankreichs bei Weitem überwiegen. Trotz ihrer grossen Häufigkeit ist der paläontologische Werth dieser Reste ein geringer, denn nur zerstreut im Gestein sind sie bisher gefunden worden und gestatten nur selten einen Schluss auf die Thiere, von denen sie herstammen. Unstreitig ist schon vieles Interessante verloren gegangen und wird noch verloren gehen, so lange die Indolenz der Arbeiter in den zahlreichen Brüchen Oberschlesiens so gross und das Interesse der meisten Beamten so gering bleibt. Im vorigen Jahre nun ist das erste Mal ein Theil eines in ungestörter Lage erhaltenen Skelettes aufgefunden worden und zwar durch Herrn Maschinenmeister Hlubek in den zum Bau der Maxgrube aus dem Bruch bei Michalkowitz angefahrenen Bausteinen. Durch Vermittelung des Herrn Kosmann gelangte es in den Besitz des Breslauer mineralogischen Museums, dessen Leiter, Herr Geh. Rath F. Romer, die daselbst vorhandenen Saurierreste dem Verfasser zur Untersuchung überliess, wofür an dieser Stelle der ergebenste Dank desselben ausgesprochen sein möge.