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Ueber postglaciale Meeresablagerungen in Island.

Keilhack, H.

Kurzfassung

Die posttertiären Ablagerungen Islands sind, wenn man von den jüngsten Alluvionen der Flüsse und der weit verbreiteten, oft sehr mächtigen Torfdecke absieht, Producte theils des Vulkanismus, theils, direct oder indirect, der Gletscherthätigkeit. Letztere sind entweder auf dem Lande oder auf dem Meeresgrunde zum Absätze gelangt, und noch heute dauern beide Arten von Sedimentbildung fort. Die marinen Ablagerungen bestehen zum grössten Theile aus Thonen und Sanden und nur an einer Stelle finden sich, soweit bis jetzt bekannt ist, den Thonen gleichalterige, tuffartige Bildungen, die ihrer geringen Verbreitung wegen zunächst Besprechung finden mögen. Die Stadt Reykjavik liegt auf einer, etwa 10 km weit von Ost nach West in den Faxafjord sich erstreckenden schmalen Halbinsel, die aus einer eigenthümlichen Lava besteht, welche im Gegensatze zu allen anderen Lavaströmen der Insel vor der allgemeinen Vergletscherung des Landes ausgeflossen ist. Begrenzt wird diese Halbinsel im Süden vom Skerjafjord, während der nördlich gelegene insel- und buchtenreiche Fjord einen eigenen Namen nicht besitzt. Die nördlichste der kleinen Buchten des Skerjafjord hat den Namen Fossvogr, und der innerste Theil dieser Bucht ist es, in dem die zu besprechenden Tuffe sich finden. Sie bilden hier in einer Länge von 1-1 1/2 km eine steil abfallende Uferwand und sind durch die Thätigkeit des Meeres, welches bei Hochfluth fast die Höhe der Wand erreicht, bei Ebbe aber einen schmalen, ebenen Streif am Fusse der Wand unbedeckt lässt, in immer frischen Aufschlüssen zu sehen. Im innersten Theile der Bucht liegen sie in von 12-20 Fuss wechselnder Mächtigkeit direct auf derselben Lava, die den ganzen Landrücken bildet, und fallen nach Westen zu allmählich ein, so dass sie schliesslich unter dem Meeresspiegel verschwinden. Das Material, aus dem diese Schichten aufgebaut sind, ist ein sehr wechselndes.