Original paper

Ueber cambrische Medusen.

Nathorst, A. G.

Kurzfassung

In einer Arbeit "Ueber neue Exemplare von jurassischen Medusen" hat Herr Ludwig v. Ammon einige Zweifel über die von mir beschriebenen cambrischen Medusen-Abdrücke ausgesprochen. Den Gründen, welche Herr v. Ammon für diese Zweifel anführt, kann ich jedoch keine Gültigkeit zuschreiben und fühle mich deshalb verpflichtet, dieselben zurückzuweisen. Es könnte das zwar überflüssig scheinen, da die von Herrn v. Ammon angeführten Thatsachen schon in meiner oben citirten Arbeit widerlegt sind. Da der genannte Autor diese Auseinandersetzungen aber nicht berücksichtigt hat, bin ich genöthigt, die angezweifelten Verhältnisse hier kurz zu wiederholen. - Von Medusites Lindströmi sagt Herr v. Ammon nur, gegen die Medusennatur derselben "spricht schon die häufige Fünftheiligkeit der Körper". Herr v. Ammon erwähnt aber nicht, dass ich in meiner Arbeit dargelegt habe, dass sowohl Aurelia aurita als Cyanea capillata, von welchen ich eben für diese Frage mehrere hundert Exemplare direct aus dem Meere selbst untersucht habe, zuweilen fünftheilig sind, und ich habe ja sogar auch Abdrücke solcher Exemplare in meiner Arbeit abgebildet. Bei Cyanea habe ich neben den viertheiligen Exemplaren nur fünftheilige beobachtet, bei Aurelia sind dagegen sechstheilige häufiger als fünftheilige, und noch seltener als diese sind dreitheilige. Schon Cyanea zeigt folglich analoge Verhältnisse mit Medusites Lindströmi, nur mit der Verschiedenheit, dass die Fünftheiligkeit bei jener sehr selten, bei dieser häufig vorkommt. Es ist aber doch sehr gewöhnlich, dass Thiere in den ältesten Perioden in einem oder anderem Charakter mehr als die jetzigen variiren können, und schon diesetwegen scheint mir Herrn v. Ammom's Einwand hinfällig.